Wir sind überzeugt, dass der Hr. Verfasser des Obigen mit redlichem Herzen spricht und das Gute will; wir haben aber schon früher über den gleichen Gegenstand erinnert, wenn die Schule gedeihen soll, so muss die Regierung es mit der geistlichen Behörde ehrlich meinen und die getroffenen Stipulationen nicht blos dem Buchstaben nach und illusorisch halten, noch weniger sie umgehen wollen. Auf solchem Wege würde sie ihr Ziel nicht erreichen. Wir laden übrigens den Hrn. Verfasser ein, uns künftig allfällige Einsendungen unmittelbar zukommen lassen. 1) Über den Abt siehe unten Beleg Nr. 23. Nr. 22 Peter Kaiser an Alois de Latour 20. Oktober 1842 Hochgeachteter Herr Landrichter ! Beiliegend erhalten Sie das Verzeichnis über die Schulbücher, wie sie in Disentis (ge)braucht wurden. Es ist traurig, dass man mit der (Schule) viel Arbeit hat und in der That wird die Sache (nicht vor- wärts gehen. Allein man gewinnt auch nichts, wenn man (nichts) verlangt und so denke ich, dass man muthig vorwärts gehen (s)olle. Am Ende wird es wohl auch Schüler geben. Für die Lehrer ist es auch am Anfang schwierig und wird alles so in der Schwebe hingehalten. Am Ende hat kluge Beharrlichkeit bei edlen Unternehmungen und Bestrebungen immer guten Erfolg gehabt. Möge der löbl. Schulrath, mögen Sie nur nicht ermüden. Das Leben ist kurz und was ist sein Inhalt und Werth, wenn man nichts von Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft thut ? Ich bitte übrigens so wenige reformierte Hülfslehrer als möglich oder wenn möglich gar keinen vor der Hand anzunehmen. Indes, man mag machen wie man will, den bösen Zungen entgeht man nicht und ein entschiedenes Beginnen hat immer seine Gründe.1) Mit aufrichtiger Hochachtung Ihr ergebener P. Kaiser Vaduz, 20. October 1842. P. S. Ich kam erst gestern Abend spät von einer eintätigen Excursion zurück, darum dies in Kürze und Eile. 116
        

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