regel einsah. Kein Unbefangener wird aber deshalb die Verdienste der ehemaligen Disentiser Schule verkennen; die Herren Professoren, die leider in jüngster Zeit manches wackere Mitglied verloren, sind Män- ner von wissenschaftlicher Bildung, Erfahrung und guten kath. Grund- sätzen; ein wackerer Geistlicher, als Moderator in den letzen Jahren, sorgte so viel nur immer möglich für Aufrechthaltung der Disziplin;") der hochwürdige Abt, ein allgemein geliebter Greis, besorgte die religiöse Oberaufsicht, so wie überhaupt das Kloster mit dankens- werther Sorgfalt diese Schule unterstützte.1) Auch die Bemühungen des Schulraths verdienen Anerkennung. Gegenwärtig unter die Aufsicht der rechtmässigen Kirchenbehörde gestellt, wird die Anstalt auch öf- fentliches Vertrauen erhalten, welches bisher ganz gebrach, und wenn zweckmässige Reformen, besonders in Bezug auf Ordnung der Lehrfächer, was dieser Schule am meisten fehlte, vorgenommen, und auch unsre wackern Lehrer am bischöflichen Seminar mit angestellt werden, wird sich das Vertrauen immer mehr erhöhen. Vor allem aber wird zur Gewinnung des allgemeinen Kredits ein braver, ent- schieden und zuverlässig kirchlichgesinnter, wis- senschaftlich gebildeter Vorstand, mit seinen Kolle- gen im Einverständnis wirkend, sehr vieles beitragen. Wie man hört ohne es zu verbürgen, wurde der frühere Disentiser Rektor, Herr Kaiser, von der bischöflichen Behörde als Rektor und Lehrer verworfen, was für die Schule wahrhaftig kein Unglück wäre. Letzteres meinen wenigstens dort noch angestellte und weggegangene Lehrer.**) *) Ungeeignet waren deshalb die Bemerkungen eines zwar sehr scharf ge- schriebenen, aber viel Wahrheit enthaltenden Artikels in N. 1 Jhrer Kir- chenzeitung dieses Jahrs über diesen rastlos thätigen Mann, und einen andren Lehrer, der, wie wir wissen, «kein junger Mensch aus Preussen», sondern ein gebildeter, erfahrener Arzt aus Hannover ist, der den Ruf als Lehrer der Naturgeschichte hieher erhielt. **) Einige unserer Leser werden sich vielleicht noch erinnern, dass über die gleiche Person in diesem Blatte Bemerkungen ähnlichen Inhaltes mitge- theilt wurden. Durch zudringliche Forderungen Hess sich die Redaktion gegen ihre bessere Uberzeugung bewegen, eine Reklamation des Betroffe- nen aufzunehmen. Jetzt hat die bischöfliche Curia und die allgemeine Meinung über ihn geurtheilt. An diesem Beispiele zeigt sich, dass auf solche Reklamationen nicht immer grosses Gewicht zu legen ist. 115
        

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