Herr Dr. Condrau hat einen guten Gedanken, nämlich zum herbst- lichen Grossen Rath eine Erklärung zu provoziren, dass er der katho- lischen Kantonsschule nur dann Gelder bewillige, wenn sie unter der weltlichen Kantonsbehörde stehe.4) Vielleicht würde dadurch für alle Zukunft der Weg bei den allfälligen Unterhandlungen mit der Curie vorgezeichnet und der Schulrath hätte besseres Spiel; auch bekäme die Schule eine bessere Stellung und eine festere. Kurz, es ist nicht gut, wenn man nicht wenigstens auf einige Jahre der Schule eine bestimmte Lokalität gibt d. h. ihr die bisherige lässt. Mit aufrichtiger Hochachtung und in Eile Jhr ergebener Disentis. P. Kaiser, Rektor Verte ! Auf dem General-Capitel in Lumbrein hat Herr Canonic Kastelberg die beidseitigen Propositionen hinsichtlich der Schule verlesen und denselben ein Vorwort vorangeschickt, worin das bedeutendste ist:5) 1. zwei unabhängige Rektoren, nämlich in der Schule und im Seminar, gingen nicht an; sie müssten vom Bischof abhängig sein. 2. müse man dem Zeitgeist entgegen arbeiten, welcher alle Schule der Geistlichkeit entziehen wolle, auch die Landschulen. Jch habe das Vorwort gelesen und mir diese Punkte als die be- deutendsten bemerkt. ') Placidus Bischcuolm von Somvix besuchte die Disentiser Schule 1835 — 38, Johann Bapt. Pool von Savognin 1837 — 39. 2) Jakob Martin Deflorin von Disentis wurde am 16. Juni 1842 als Mistral der Cadi gewählt und auch als Deputierter bestimmt. Vorgänger war Nikolaus Jos. Felix Cabernard von Dardin. Glogn 1944, S. 108 - 109. 3) Chronica Monasterii I. 12 erwähnt einen Bundesstatthalter Caderas, der 1838 in Disentis unter den Professoren Frieden stiftete. Die kath. Caderas stammen jedoch aus Ruschein. HBLS IT. 469. 4) Dr. Augustin Condrau (1811 — 87), der in Zürich und Basel, München und Wien Medizin studiert hatte, dann 1843 politisch hervortrat, für 1844 auch als Deputierter in den Kantonsrat gewählt wurde, dem er bis 1881 ange- hörte, später mehrmals auch Regierungsrat. Mistral der Cadi 1848 — 1852. Glogn 1944, S. 109 - 110 und HBLS II. 612. 105
        

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