Kind entnimmt den verschiedenen Briefen Kaisers, dass ihn be- sonders Geschichte und sprachliche Studien angezogen haben. Nebst den klassischen Sprachen (lateinisch und griechisch) habe er sich eifrig mit der Erlernung des Italienischen und Englischen beschäftigt. Kind zitiert aus einem Brief Peter Kaisers an seinen Bruder Jakob v. 11. 8. 1814: «Meine Studien gehen gut von Statten; ich verlege mich nebst dem auf Erlernung zweyer Sprachen, italienisch und englisch, und habe es darin so weit gebracht, dass ich richtig schreiben und sprechen kann, und alle Bücher verstehe, die in diesen Sprachen geschrieben sind. Das Glück hat mir dazu verholfen. Ein Italiener, der bei uns speist, lehrt mich unentgeltlich italienisch. Und durch Zufall wurde ich mit einem Engländer bekannt, der in unserm Hause wohnt. Wir wur- den dann vertrauter; weil er aber wenig und schlecht deutsch sprach, kam ich auf den Gedanken, englisch zu lernen, dass wir uns einander besser mittheilen könnten. Und so lernte ich dann mit vieler Mühe auch englisch. Französisch lerne ich diesen Herbst. In der Musik habe ich mich auf das Flötenspiel verlegt». Kind berichtet dann noch, auch Spanisch habe er studiert. Anfangs habe er nach dem Wunsche seiner Eltern Geistlicher werden wollen. Der Lehr- und Professorenberuf habe ihm aber mehr zugesagt. Mit den Söhnen des Herrn von Teltscher sei er auch in die Vakanz gereist. Kind schliesst die Beschreibung des Wiener Aufenthaltes mit der Be- merkung: «In welchem Jahre er die eigentlichen Universitätsstudien begonnen, müsste in den Matriken der Wiener Universität nachge- schlagen werden». Zum Wiener Aufenthall Kaisers und seinen Sprachkenntnissen fin- den wir in einer zeitgenössischen Publikation interessante und wert- volle Angaben. Der Aargauer Historiker und Publizist Ernst Münch,8) Studiengenosse Kaisers in Freiburg im Breisgau, widmet ihm in seinen 8) Ernst Münch (1798— 1841) von Rheinfelden, Professor an der Kantons- schule in Aarau, Professor für Geschichte an der Universität Freiburg i. Br., Professor in Lüttich, kgl. Hofbibliothekar im Haag, in gleicher Eigenschaft in Stuttgart, Verfasser einer grossen Anzahl von geschicht- lichen und politischen Werken. Zu Münch s.: Lebensbilder aus dem Aargau 1803 — 1953. Aarau, 1953. S. 219-223. Saxler Helmut: Ernst Münch. Diss. Mainz, 1956. 12
        

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