Nach dem 1. Weltkrieg hat Kan. Joh. Bapt. Büchel Peter Kaisers Geschichte neu bearbeitet. Diese zweite, verbesserte Auflage erschien im Selbstverlag des Hist. Vereins f. d. F. L. im Jahre 1923. Joh. Bapt. Büchel hielt sich bei der Darstellung der Schlacht bei Frastanz im grossen und ganzen an Peter Kaiser. Während aber Kaiser noch schrieb: «Zum Führer hatte diese Ab- teilung den Uli Mariss, der ob der Kirche im genannten Dorf wohnte» sagt Büchel nur mehr: «Zum Führer soll die Abteilung einen Uli Mariss gehabt haben, der in Schaan wohnte». Dieser Satz ist die einzige Erwähnung von Uli Mariss in der von Joh. Bapt. Büchel überarbeiteten Geschichte Liechtensteins. Es war durchgehend die Art von Kan. Joh. Bapt. Büchel etwas unschöne Episoden, soweit diese nicht als klare geschichtliche Tatsachen anerkannt waren, abzuschwächen oder wenn es anging ganz auszumerzen (Vergleiche u. a. Entstehung der Tobelhockersage). Und nun zurück zu zwei Vorarlberger Quellen. Ludwig Saus- gruber schrieb einen Aufsatz für das Vorarlberger Lesebuch (Bregenz, Verlag Teutsch 1924) mit der Überschrift «Doppel- schlacht bei Frastanz». Uli Mariss kommt darin an drei Stellen Stellen wie folgt vor: «Nach diesem Plan begann am 20. April 1499 die Doppel- schlacht bei Frastanz. Wie die Sage erzählt, wies ein geld- gieriger Bauer von Schaan, Ulrich Mariss (Ulimariss) mit Namen, den Eidgenossen den Weg über Planken und führte sie aufs Hinterälpele. Die dort als Vorposten stehenden 300 Österreicher wurden nach der ersten Salve aus ihren schweren Büchsen zusammengehauen. Dann drangen die Schweizer aufs Vorderälpele, wo sie die Knappen über- raschten und gegen die Letze in die Flucht trieben». «Der Verräter Uli Mariss soll bei der Frastanzer Brücke so mit Panzern und Waffen zugedeckt worden sein, dass er erstickte. Nach anderer Darstellung wurde ihm schon auf dem Hinterälpele, als er den Lohn für seine Verräterei forderte, von Hauptmann Wolleb der Kopf abgeschlagen, und zwar so, dass er in seinen von ihm selbst gehaltenen Hut fiel». 
Vorarlberger Lesebuch (1924) 92
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.