Rücken geführt wurden. Der Weg war an einigen Punkten so schlimm, dass sich die Kriegsleute an den Spiessen über die Felsen hinauf helfen mussten». «Es fällt allerdings auf, dass ausser Prugger (S. 54) kein Chronikenschreiber von dem Verrathe des Ulrich Mariss eine Meldung macht. Eine bleibende Erinnerung erhält sich zu Frastanz noch in unseren Zeiten, indem am dritten Tage der Bittwoche bei der Feldersegnung ein Gebeth für Jene, welche durch die Verrätherei dieses Mannes in der Schlacht ihr Leben verloren, verrichtet wird. In den Kreis der Sagen gehört, dass ein Hirtenknabe auf der Höhe die heranzie- henden 2000 Schweizer bemerkt, und, um die Schützen und Erzknappen aufmerksam zu machen, so lange mit aller Kraft in sein Hirtenhorn geblasen habe, bis er athemlos zur Erde gesunken sey. Dem Verräther habe man den be- dungenen Lohn richtig ausbezahlt, aber auf dem Stege über der III zwischen Frastanz und Gövis so viele Spiesse, Büchsen und Rüstungen auf ihn gehäuft, dass er darunter ersticken musste». Es ist wohl selbstverständlich, dass Peter Kaiser unser erster wirklicher Geschichtsschreiber in seiner «Geschichte des Fürsten- tums Liechtenstein, nebst Schilderungen aus Chur-Rätiens Vor- zeit» (Chur 1847) auch auf Uli Mariss zu reden kommt. Auf Seite 292 und 293 ist das nachfolgende zu lesen: «Am 20. April vor Tag brachen die Eidgenossen auf in zwei Schlachthaufen. Der grössere zog auf der Strasse nach Feld- kirch vorwärts und gelangte oberhalb Gallmist auf die vor- her beschriebene Ebene. Hier trennte sich Heinrich Wolleb von Uri von der Hauptmacht und zog mit 3000 Mann durch den Wald hinauf bei Fällengatter, um die vordere Letzi zu umgehen. Der kleinere Streithaufen trennte sich gleich beim Aufbruch von der Hauptmacht und wandte sich nach Planken, einem kleinen Bergdörflein, das zum Kirchspiel Schaan gehört. Zum Führer hatte diese Abtheilung den Uli Mariss, der ob der Kirche im genannten Dorfe wohnte. Von Planken führte sie dieser durch die Alp Gaffadura 88 
Peter Kaiser (1847)
        

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