ringe Höhe abgetragen und der Raum zwischen den beiden Mauern mit Löss eingefüllt. Zugleich wurde auch im inneren Zwinger das Terrain mit Löss ausplaniert und zwar bis zur Höhe der Felskante, auf welcher der Bergfried steht (Nieveau 664,20 m). Das alte Geh- niveau lag durchschnittlich 1 Meter tiefer (vergl. Schnittprofile 18, 19 und 20). Der Zugang in die innere Burg wurde verlegt und das Tor in der Mauer 23 vermauert; westlich davon entstand das neue Tor (T 3). Auch im Wohntrakt wurden grössere Veränderungen vorgenommen: der westliche Palas — zum Teil über den alten Mauern — erbaut, ebenso die Mauer 20 mit dem Tor 4. Nicht festzustellen ist, was, ausser den Veränderungen im Feld 11. auch sonst noch entlang der östlichen Aussenmauer neu gebaut oder verändert wurde. Die in den unteren Kulturschichten vorgefundenen Brandreste, im Bergfried und südlich und östlich davon, in der Vorburg, im inneren Hof und im Feld 13 deuten auf Zerstörungen durch Brand hin. Ver- mutlich geschah dies, als im Appenzellerkrieg 1405 die Leute am Eschnerberg die Burgen als Sitze der Zwingherren den Flammen preis- gaben, wie die Chronisten berichten (vergl. Anmerkung 23). Damals war die Burg Neuschellenberg noch im Besitz des Grafen Albrecht von Bludenz, aber schon bald nachher, 1412, kam sie an dessen Tochter- mann, den Grafen Wilhelm von Montfort-Tettnang. Ob dieser, oder schon sein Vorgänger sie wieder instand setzen liess, erfahren wir nirgends. Wie schon erwähnt, wird der grösste Teil der bei der Grabung ge- machten Funde in die Zeit vor 1400 datiert. Aus dem 15. und 16. Jahr- hundert war sehr wenig mehr vorhanden. Wenn die Burg also 1405 verbrannt und bald nachher wieder aufgebaut wurde, so konnte sie doch nicht mehr lange bewohnt worden sein. Dies ist einigermassen auch aus der Stratigraphie ersichtlich. Wo zwei Kulturschichten fest- gestellt werden konnten, ist die jüngere weniger mächtig oder doch nicht so ausgeprägt, also nicht mehr Niederschlag eines längeren Zeit- raumes (vergl. die Profile). Die ältesten Funde, unglasierte Keramik mit Knollen- und Balken- rand, sowie unglasierte Becherkacheln stammen besonders aus den tiefen Schichten im Feld 13, im Feld 15 und im inneren Hof. Spätere, glasierte und verzierte Ofenkacheln enthielten die beiden Wohnräume 43
        

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