ziemliches Aufsehen. Auch eine Gais mit Kitz wurde am Letziweg (500 m) unweit des Vaduzer Schlosses vom Landesfürsten selbst beobachtet. Der Nend- ler Steinbruch (430 m) war auch Aufenthalt eines kleinen Rudels während einiger Jahre. Im flachen Land, gegen den Rhein zu, oder am Eschnerberge, der immer- hin bis 700 m ansteigt, wurde aber noch nie ein Stück beobachtet, was auf- fallend ist, da z. B. am Koblacher Felskegel, in der Rheinebene in Vorarlberg, immer ein isolierter Stand von 6 — 12 Stück war. Ausserdem zog z. B. im süd- östlichen Ungarn, Komitat Somogy, in den dreissiger Jahren ein Gamsbock ein Jahr lang seinen Wechsel, in einer Gegend also am Ostufer des Plattensees und wenigstens 250 km vom nächsten Gamsvorkommen entfernt. Die Wildpretgewichte (aufgebrochen) schwanken von 19 kg bis 35, ja 42 kg ' in der südlichen Grenzkette. Ein alter Bericht erwähnt einen durch den Schmied SPRENGER aus Triesen im unfernen Wang erlegten Bock, der 104 Pfund ge- wogen haben soll. Das Gesamtdurchschnittsgewicht der geschossenen Stücke, (Böcke und Gaissen) ist 23 — 24 kg. Das Gamswild war in unseren Gebieten immer vorhanden, und Knochen- reste finden sich in allen hier bekannten prähistorischen Schichten. Es wurde auch trotz des vielen Wilderns, selbst in den für das Rotwild so ungünstigen Jahren des 19. und 20. Jahrhunderts nie allzu stark dezimiert. Der Garns- w a 1 d im Malbungebiet zeugt auch von altem, häufigem Vorkommen, jetzt Stachler genannt. Dr. Marcel COUTURIER schreibt in seiner Monogaphie «Le Chamoix 1938", dass im Jahre 1935 400 Stück Garns im Fürstentum gestanden hätten. In diesem Werke ist auch auf Seite 228 eine zweifarbige Karte Liechtensteins zu finden, die das Vorkommen aufzeigt. Die Farbe der Decke ist normal, und teilweise oder ganz weisse Stücke sind hier nicht bekannt geworden; auch Kohlgams sind sehr selten, und nur in den 30er Jahren konnte Jäger Gottlieb EBERLE, Rotenboden, einmal ein solches Stück — einen Bock, der aber nicht erlegt wurde — im Jagdrevier Malbun beobachten. Die Barte, die hier nur von einigen Jägern geschätzt und getragen werden, sind manchmal recht gut, 18 — 20 cm lang, oft schön bereift, aber nie sehr üppig. Da bei uns durchaus felsiges Kalkgestein vorhanden ist, sind die Schalen der Tiere in bester Kondition. Forstmeister Julius HARTMANN erzählte mir jedoch, dass ein von ihm erlegter Kapitalbock, der steinalt war und sich kaum noch von einem kleinen Einstand wegbewegte, ganz lange aufgekrümmte Schalen gehabt habe. Skelettierte Schädel aus unseren Gebieten haben folgende Masse (Mess- methode s. Rothirsch): 10 
9 jähriger Bock, erlegt 23. 11.53 Lawena « • « 15. 11.45 Gafadura 8 jährige Gais, « 2. 1. 47 Lawena 
26,2 cm 27 cm 25,5 cm 343
        

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