Wir haben auch eine ganz alte bronzene Kleinplastik eines Hirsches, die bei Ausgrabungen unterhalb Schloss Gutenberg 1933 gefunden wurde. Dieselbe zeigt einen stilisierten Gabelhirsch mit eingeknickten Läufen der ca. 6 cm hoch und lang ist. Sie stammt aus der La-Tenezeit, der jüngeren Eisenzeit in den letzten 4 vorchristlichen Jahrhunderten (David BECK und Abb. 30, Fig. 2). Die im Fürstlichen Schlosse hängenden Hirschköpfe sind leider nicht von hier, oder es lässt sich jedenfalls nicht nachweisen. Ein bei der Treppe im inneren Schlosshofe aufgemalter liegender Hirsch mit Felsgruppen im Hinter- grunde, ist aber ein schönes Zeichen alter Freude an diesem herrlichen Wild. Die Malereien dürften aus dem 16. Jahrhundert stammen. Das in Verlust ge- ratene urspüngliche Geweih wurde bei der Restaurierung 1905 — 1912 durch ein neues ersetzt (Abb. 30, Fig. 4). Ein aus dem Besitze der alten Jägerfamilie GASSNER stammendes Geweih, ein schädelechter Kronenzwölfer, auf imitiertem Holzkopf, befindet sich in meinem Besitze, er stammt wohl aus der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. (Abb. 30, Fig. 3). Nun einiges über Masse und Gewichte des hiesigen Rotwildes: Ein am 18. November 1961 bei Frommenhaus erlegter Hirsch, Alter ca. 15 bis 17 Jahre, hat vom Windfang bis zum Wedelende eine Länge von 232 cm, vom Widerrist bis zur Schalenspitze des rechten Vorderlaufes 122 cm. Die Schalen: vorne 12 cm lang und 5Vs cm breit, rückwärts 10 cm lang und auch 5Va cm breit. Er wog aufgebrochen ohne Haupt 102 kg. Die Gewichte älteren Datums sind leider unverwertbar, da früher das kleine und grosse Jägerrecht schon nicht mehr bei den in den Forstamt-Jour- nalen verzeichneten Ziffern vermerkt ist. Aus neuester Zeit sind folgende Daten bekannt. Hirsche, meist in der Feiste, Spätherbst und Winter, seltener in der Brunft erlegt, wiegen im Durchschnitt 100 kg aufgebrochen, doch kommen Spitzenzahlen, so z. B. einer mit 162 kg aus dem Revier Sass, 1800 m, oder einer von der Peripherie des Dorfes Schaan im Jahre 1933 erlegter mit 158 kg vor. Auch ich konnte am 23. Oktober 1950, also gegen Ende der Bruft einen geraden 12er, der 122 kg abgebrochen wog, erlegen. Weibliches Wild im Durchschnitt 65 kg, doch sind auch hier Spitzen- gewichte mit 80 — 86 kg, ja selbst eines mit 92 kg aufgebrochen bekannt geworden. Abmessungen skelettierter Rotwildschädel (das Messband läuft von dem Ende des Zwischenkieferknochens, entlang der vorderen Stirnnaht, zwischen den Rosenstöcken zum rückwärtigen Genickansatz: 1. ) Hirschtier 6 jährig. Fallwild. 28. 12. 51. Forst bei Schaan = 39 cm. 2. ) Spiesser IVa jährig, erlegt am 27. 12. 49 Nendeln = 38 cm. 3. ) Ungerader 8er Hirsch, 3 jährig, erlegt 27. 12. 52 Tid ob. Vaduz = 37,5 cm. 4. ) Ungerader 12er Hirsch, 6 bis 7 jährig, erlegt am 13. 11. 59, Frommen- haus = 43 cm. 338
        

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