1957 a, p. 58, 
Abb. 4 — Mosbach und p. 60, Abb. 6 — Peggau, Steier- mark). Diese tiefe Aufspaltung trifft man heute bei allen rezenten For- men, auch bei den leichten Schlägen und Unterarten (z. B. in Spanien), so dass sie nur in Verbindung mit besonderer Stärke des Geweihes und Skelettes an manche eiszeitlichen Grossrehe erinnert. In diesem Zusammenhang war es interessant, ein subfossiles Schä- del- und Geweihfragment vom Eschner Berg (Vaduz Nr. 44/970/111 bezw. 6/433) und einen linken Unterkieferast von dort (Nr. L. 45/80) zu untersuchen, da HARTMANN-FRICK (1960) bei seiner Bearbeitung des Materials vom Lutzengüetle auf diese Stücke nicht genauer ein- geht. — Beide Stangen des Geweihes sind etwa 32 mm über dem Unter- rand der Rosen abgebrochen. Sie stehen — im Gegensatz zu denen der oben erwähnten rezenten Sippe vom Schaaner Ried — eng zusammen (die Rosenstöcke haben innen einen Zwischenraum von nur 12 — 13 mm !); was die Schädelelemente jedoch auszeichnet, und was auf eine Verbindung mit den Rehen der HERMANN'schen Aufsammlung hindeutet, ist ihre Stärke. Die Rosenstöcke messen im Durchschnitt quer 22 mm (links) und anterio-posteriore 22,4 mm, d. h. sie sind mit ca 70 mm Umfang fast so stark wie bei sibirischen oder mittelpleisto- zänen Rehböcken ! Dementsprechend ist die Stirnbreite (Einschnürung über den Orbitae) mit 65 mm bei diesem prähistorischen Stück vom Lutzengüetle ebenfalls so wie bei diluvialen Grossrehen und rezenten Sibiriern (cf. v. LEHMANN, 1957a, p. 55, Tabelle 2 und p. 56, 
Abb. 2). — Der Mandibelast stammt — wie HARTMANN-FRICK schon mitge- teilt hat — von einem jungen Tier. Die Alveolenreihe der Prämolaren dt — d4 misst jedoch nur 30,8 mm und übersteigt damit nicht die Werte rezenter Rehe des Rheinlandes (29,5 — 31 mm). Mi entspricht ebenfalls mit 11,4 mm Länge den von den gleichen Schädeln aus dem Rheinlande genommenen Massen. — Ausserdem untersuchte ich das gut erhaltene Geweih (Nr. 45/926 bezw. L. 3/461) eines ausgereiften Sechserbockes aus der Michelsbergerschicht der gleichen Grabung, das HARTMANN-FRICK schon 1960 beschrieben hat. Auch hier handelt es sich jedoch um ein nach Massen, Stellung und Ausformung ganz fort- schrittliches Geweih, das von «guten» Durchschnittsgehörnen rezenter Rehböcke nicht zu unterscheiden ist. Danach scheint im Liechtensteiner Rheintal schon im ausgehenden Neolithikum die gleiche Situation bestanden zu haben, wie sie heute 327
        

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