Eine zum Vergleich gemessene Bache (2 — 3 jährig) aus Sparbach bei Wien vom 5. XII. 1958 hatte die darunter stehenden Masse, zu denen die zwei von mir vermessenen Keiler aus dem Rheinland (Mu- seum A. Koenig, Bonn) gestellt wurden. Es ist daraus zu entnehmen, dass die Scheitelbreite des Osteuropä- ischen 
Wildschweines (ssp. attila) merklich grösser ist, wie BAUER (nach MARKOV) schon 1960 im einzelnen ausführte, dass aber auch im Westen Europas einzelne Tiere oder vielleicht ganze Populationen vorkommen, deren Scheitelmasse weit in die Variationsbreite von attila hinreichen. Dies zeigen die beiden o. a. Keiler aus dem Rhein- land, die zur Zeit hier leider das gesamte Schädelmaterial aus diesem Gebiet darstellen. — Nachfolgend bringe ich wieder den Bericht des Präsidenten des Jagdschutzverbandes. «Das Schwarzwild, hat sich durch die Kriegsereignisse, d. h. durch den Mangel an Jägern und Jagdpersonal wieder ausbreiten können. So ist es selbst in Gegenden Standwild oder häufiges Wechselwild geworden, wo es nur mehr ganz selten oder sogar seit Jahrhunderten nicht mehr vorgekommen ist. Auf dem Gebiete des heutigen Fürstentums war Schwarzwild in prähisto- rischer und historischer Zeit bis zum Anfang der Neuzeit allenthalben verbreitet (s. Abb. 30). Seit ungefähr 200 Jahren fehlt jede Nachricht seines Vorkommens. Aber dann im Jahre 1946 trat seit längerer Zeit wieder zum ersten Male auf den Alpen des Valünatales ein «riesiger Dachs», von Sennen und Hirtenbuben gesehen, auf. Dieser riesige Dachs entpuppte sich einige Zeit später und zwar am 14. November 1946 als zweijähriger Keiler. Damals nämlich sah der Jäger Alois SCHÄDLER aus Triesen bei einem Reviergang in seinem Belauf Lawena einen Adler und mehrere Kolkraben unterhalb des Rappensteines in einer Höhe von 1800 m kreisen. Als er dann dorthin drang, fand er einen schon leicht verwesten und von den Vögeln bearbeiteten Keiler. Dessen skelettiertes Haupt mit Unterkiefer hing dann einige Jahre in der Jagdhütte Lawena, bis es vom verstorbenen Jagdherren Oberst Jules HUBER, Walenstadt, dem zoolo- gischen Museum Vaduz überantwortet wurde. Dies war fast das südlichste Vor- dringen des Schwarzwildes den Rhein hinauf in das Herz der Alpen. Nur noch wenige Male stiessen einige Stücke bis ob Chur, Graubünden, weiter vor. So wurde ein Keiler am 22. 10. 1947 in Haldenstein, Graubünden, erlegt und um die Jahreswende 1951/1952 hielten sich 2 Stück am Heinzenberge auf. Als dann 1950 und die Jahre nachher die intensive Bejagung der Wild- schweine in Österreich und Deutschland wieder einsetzte, verschwand es lei- der nach nochmaligen Aufflackern des Standes in den Jahren 1951 — 1953 auch aus Liechtenstein. Das letzte Stück, ein Keiler, wurde am 8. 1. 1955 von Herrn Hans RITTER, damaligen Präsidenten des Liechtenstein'schen Jagdschutzver- 323
        

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