lieh des Alpenhauptkammes zutrifft, wurde oben schon gezeigt, und es stellt sich zum Schluss nur noch die Frage, wie man die kleinen Mauswiesel der Westalpen taxonomisch auffassen und nomenklatorisch behandeln soll. REICHSTEIN (1957) fasst die Zwergwiesel einerseits als «Minus- variante des Mauswiesels» und andererseits als besondere Unterart auf (M. nivalis minuta, M. nivalis monticola usw.). Damit ist dasselbe schwierige Problem erreicht, das wir schon oben bei der westeuropä- ischen Waldspitzmaus vor uns hatten: es gibt innerhalb der grosswüch- sigen Form kleinere oder grössere Populationen (oder Einzeltiere ?), die morphologisch deutlich abweichen und bemerkenswert selten Über- gänge zu den anderen zeigen. Bei der kleinen Waldspitzmaus, die keinerlei geographische oder ökologische Bindungen erkennen liess, habe ich das Vorhandensein einer taxonomischen Sonderstellung noch nicht erkennen können, bei den Zwergwieseln der Westalpen scheint es mir jedoch gerechtfertigt zu sein, von einer subspezifischen Sonde- rung zu sprechen. Es wird also auf die Population des betr. Gebietes ankommen, ob man in den nördlichen Westalpen 
von Mustela nivalis vulgaris (wahrscheinlich grosse Teile der Nordschweiz und des Mit- tellandes, cf. Massangaben bei BAUMANN 1949), 
von Mustela nivalis minuta (Hochalpen, Graubünden, cf. STUDER 1914; Liechtenstein?) oder von Mischformen sprechen kann. — Hinsichtlich der Färbung kann allgemein gesagt werden, dass nor- dische und viele hochalpine Mauswiesel im Winter regelmässig in Weiss umfärben. Dies betrifft auch das Zwergwiesel in den Westalpen, und ich konnte 1954 schon von einem rein weissen Exemplar berich- ten, das in der Hauptschule in Vaduz aufgesellt ist. Leider ist dieses Stück ohne Fundortsangabe, so dass man nicht weiss, ob es tatsächlich aus Liechtenstein kommt. Am wahrscheinlichsten ist es, dass dieses Tier, wie viele andere Stopfpräparate in den Schulen in Vaduz, vom Präparatorium DERUNGS-ASPAGAUS in Ragaz stammt, also vielleicht bündner Provenienz ist. — Andererseits berichtete mir kürzlich Herr Meinrad SELE, dass er am 2. November 1962 am Stachler, also um 1750 m Höhe, ein braunes Mauswiesel gesehen habe. Dies würde mehr darauf hindeuten, dass die Kleinwiesel in Liechtenstein auch in den Hochlagen nicht in das weisse Winterkleid umfärben. In diesem wie auch in den 1954 berichteten Fällen (wonach gelegentlich weisse 310
        

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