lebendes Säugetier ist, kann man annehmen, dass der Faktor Wärme eine grosse Rolle bei seinen ökologischen Ansprüchen spielt. Das öko- logische Optimum liegt jedenfalls in nicht zu kalten und feuchten Ge- bieten. — Im Museum Koenig in Bonn hängt ein grosses Foto, das ein schneeweisses Mauswiesel, flach ausgebreitet auf einem grossen Feldstein, zeigt. Die Originalunterschrift des Herstellers lautet: «Maus- wiesel wärmt sich auf einem, von der Sonne eingeheizten Stein. — Guja, Ostpreussen, Winter 1936. W. von SANDEN». — Das gelegent- liche «Aufheizen» des Kleinwiesels scheint also in kalten Gebieten, ähnlich wie bei den Reptilien, eine wichtige Rolle zu spielen. Wenn man also weiss, dass einerseits in Sibirien und Skandinavien und andererseits in den Alpen und Karpathen gehäuft kleine Maus- wiesel vorkommen, dann ist es naheliegend, diese Erscheinung als Kälteergebnis aufzufassen. Der anscheinende Widerspruch zur BERGMANN'schen Regel braucht uns hier nicht zu stören, da die sub- terrane Lebensweise dieses Tierchens einen besseren Kälteschutz schafft als die Vergrösserung des Körpervolumens (wie bei den Tieren des freien Luftraumes). — Hinzu kommt die merkwürdige Beobach- tung, dass viele Tiere an den Rändern ihres Verbreitungsgebietes Kleinformen hervorbringen, sei es infolge weniger günstiger Umwelt- verhältnisse, sei es infolge Genverlustes (Elimination, nach REINIG 1939) oder überhaupt gestörten genetischen Gleichgewichtes in den, in einzelne, kleine Gruppen und Tiere aufgelösten, Populationen (wobei es u. U. auch Riesenformen oder andere Aberrationen geben kann). — Das Hermelin bietet in seinem Verbreitunggebiet (Mittel- und Nordeuropa) auch Beispiele hierfür: die skandinavischen Tiere sind kleiner als die in Deutschland, und in den Alpen gibt es einer- seits das Zwerghermelin (s. o.) und andererseits auch extrem gross- wüchsige Populationen (z. B. im Etschtal, die v. BURG 1921 Gross- hermeline oder Riesenhermeline 
— ermineus giganteus — nennt). Im allgemeinen zeigt sich aber auch beim Hermelin die gleiche Tendenz, an den (südlichen, ökologisch weniger geeigneten) Arealrändern klei- ner zu werden. So schreiben MARTIN und ROLLINAT (zit. von HAI- NARD 1948): «l'hermine diminue de taille du nord au sud de la France . . . Plus rare dans le midi, eile serait inconnue en Provence» (1. c. p. 228). — Dass auch dies innerhalb des, nacheiszeitlich besie- delten (nota bene !), Verbreitungsraumes des Mauswiesels, also nörd- 309
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.