chen haben. — Herr Kollege VAN BREE aus Amsterdam vertrat zusätz- lich noch die Meinung, dass der parasitische 
Saugwurm Troglotrema acutum, der sich oft in den Schädelhöhlen und -Knochen gerade der kleinen Exemplare des Mauswiesels bemerkbar macht, diese Klein- wüchsigkeit mitverschuldet (mündl. Mitt.). — Solche «Minusvarianten» sind auch schon bei anderen kleinen Säugetieren Europas festgestellt worden. So konnte ich z. B. schon 1955 auf die Feststellung SI1VONENS hinweisen, wonach in seinem finnischen Material von 
Waldspitzmäusen (Sorex araneus) «vom glei- chen Fundort und zum gleichen Zeitpunkt extrem grosse und kleine Tiere» vorkommen (1. c. p. 24). Wenn man weiter bedenkt, dass der ausserordentlich grosse Sexualdimorphismus beim Wiesel und ins- besondere beim Mauswiesel letztlich auch nur der Ausdruck einer Reaktion auf physiologische Belastungen darstellt, denen die 9? mehr unterworfen sind als die Ö"Ö\ dann sind Grössenunterschiede (aus anderen Anlässen) innerhalb der gleichen Unterart nicht so unver- ständlich. — Nehmen wir also an, dass die genetische Voraussetzung, durch Umwelt- oder andere modifikatorische Einwirkung Kleinfor- men hervorzubringen, vorhanden ist, dann wäre jetzt nur die Frage zu klären, weshalb diese Kleinformen in manchen Gebieten zu einer solchen Mehrheit gekommen sind, wie beispielsweise in den West- alpen. REICHSTEIN (1957) stellt nur zwei Möglichkeiten zur Diskussion: «entweder ein Selektionswert der kleinen Körperform im nördlichen und alpinen bezw. Gebirgsklima oder ein genetischer Zusammenhang mit einer früher vertretenen glazialen Unterart, die durch Vermischung mit späteren, grösseren Mauswieseln zum Erlöschen gebracht wurde». Ich möchte noch eine dritte Möglichkeit in Erwägung ziehen, die das Problem mit zwei bekannten Erscheinungen in Verbindung bringt: mit dem Arealrand und der Entfernung vom ökologischen Optimum. Zunächst muss man sich darüber klar sein, dass das mediterrane grosswüchsige 
Mauswiesel, Mustela nivalis boccamela, eine ältere Diluvialform ist, und dass das Mauswiesel nördlich der Alpen — vermutlich als Steppentier ! — postglazial als Begleiter der Einwan- derungswellen seiner Beutetiere, der Mäuse, sei es vom Osten, sei es aus dem Refugium in Südfrankreich in die heute besiedelten Gebiete eindrang. Da das Mauswiesel ein xerophiles, kleines, viel unterirdisch 308
        

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