Die in Klammern dahinter gestellten Abschusszahlen des Feldhasen lassen eine gewisse Beziehung erkennen: Die hohen Fuchsabschüsse (= hoher Bestand). Ende der 30er Jahre halten die Hasenstrecken niedrig; ebenso ist es wieder ab 1954, während umgekehrt die «guten Hasenjahre» dazwischen geringe Fuchsbestände erkennen lassen. Ne- ben vielen anderen Faktoren ist also der Fuchs in Liechtenstein ein wesentlicher Regulator der Hasenbestände. — Nachfolgend der Bericht des Herrn Jagdschutzverbandsvorsitzenden. «Füchse — Füchse — Füchse — überall und zu jeder Zeit gibt es sie im Lande Liechtenstein. Die Ursache der Häufigkeit dürfte die überaus günstige ökolo- gische Beschaffenheit sein, da hier Gebirge, Hügelland, Ebene, Flüsse und Bäche, Wald, Weiden und Felder bunt gewürfelt aufeinanderstossen und durch die noch dazu überall verteilten Dörfer und Einzelgehöfte Nahrung und Heck- möglichkeiten in reicher Auswahl zur Verfügung stellen. In den Jahren nach dem Kriege bis 1950 war die Räude stark vertreten, vielleicht ausgelöst durch giftige Mausbekämfungsmittel. Doch konnte sie die Fuchspopulation nie ernstlich gefährden. Die räudigen Füchse sind meist ziem- lich zahm, da sie durch Nässe und Kälte leiden und ungeniert auch neben Strassen und Siedlungen beim hellichten Tage auf Futtersuche sind. Der Fuchs ist vom Rheintal weg bis in die Höhen des Gebirges an der Schneegrenze verbreitet. Er dringt auch in die Dörfer, meist am zeitigen Mor- gen, ein. So habe ich einmal beim Engländerbau mitten in der Vaduzer City einen Fuchs gesehen. Seine Baue hat er gerne in der Buchenwaldzone unter Steinen und Wurzeln, auf exponierten Riegeln, dann unter Almställen und ebenso in der Ebene unter Torfhütten und in den Rheindämmen und Wuhren. Ein bevorzugter Platz ist auch der lang hingezogene schmale Auwald zwischen Rhein und Wuhr, wo lockerer Kies und Sand zum Graben der Baue lockt. Notbaue werden auch gerne unter alten Strohtristen und in den Ufern schma- ler Entwässerungskanäle angelegt. Bejagt wird der Fuchs, meist zufällig, bei der Pürsch auf anderes Wild oder bei den Treibjagden auf Hochwild und Hasen im Herbst und Winter. Bei solchen Treiben wurden schon bis 10 Füchse am Tag erlegt, Hasen waren entsprechend weniger. Seltener wird er mit Hilfe der Quäcke und des An- sitzens am Luderplatze bejagt; öfters schiesst man dagegen einen Fuchs wenn er besonders im Winter um die Häuser streicht, und die Jagdherren mit ihren Benzineseln bei Nacht durch die Reviere pürschen. In der Nacht ist seit 1962 nurmehr die Bejagung des Raubwildes mit Ausnahme des gänzlich geschonten Fischotters erlaubt. Eine früher oft verwendete Jagdart auch zur Nachtzeit bei Vollmond war ein Vorstehtreiben, wobei die Schützen am Waldrande auf Fuchs oder Has zu Schusse kamen, wenn diese von wenigen Treibern rege gemacht, vom Feld zur Deckung flüchteten. Alle heiligen Zeiten hat auch einmal jemand einen guten 293
        

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