wie in Liechtenstein — eine gewisse Anzahl von Tieren als Bastarde anzusehen sind; dass es ein sehr grosser oder überhaupt auffallender Prozentsatz der Population ist, möchte ich aus den o. a. Gründen be- zweifeln. Ist es aber dennoch der Fall, dann kann diese grosse Anzahl von intermediären Typen, die als Bastarde anzusprechen sind, jeden- falls nicht allein auf die Veränderung des Biotopes vor drei Jahren zurückgeführt werden, sondern der Beginn der Bastardierung muss schon wesentlich weiter zurückliegen. Ich kann mir jedenfalls nur ein sehr langsames Fortschreiten der «Bastardzone» von den Rändern, d. h. von der Kontaktzone aus vorstellen, langsam — wie gesagt — vor allem auch deshalb, weil in den feldnahen Biotopen die Waldmaus in Westeuropa stets sehr viel zahlenstärker ist. Ausserdem sei an dieser Stelle daran erinnert, dass Bastardzonen, die durch «sekundäre Inter- gradation» zustande kommen, stets merkwürdig stabil sind und vor allem nicht breiter werden. Bei dem uns in Mitteleuropa besonders geläufigen Beispiel aus der Ornis, Raben- und Nebelkrähe (Zone nur 75 — 100 km breit), müsste sie z. B. «längst über ganz Europa zerflos- sen sein» (G. KRAMER 1948). — Dies sind aber nur Fragen der graduellen und zeitlichen Auswir- kung solcher Bastardierungen, deren Möglichkeit man also grundsätz- lich a priori unterstellen muss. Aus den Veröffentlichungen russischer Autoren (LARINA 1958, BASCHENINA, zit. von HAINARD 1962) wis- sen wird, dass solche Bastardierungen im Kaukasus in grossen Gebie- ten nachgewiesen wurden, und es ist daher nicht ausgeschlossen, dass auch im Westen und Süden des Verbreitungsgebietes der beiden Arten ähnliche Fälle vorliegen. Unvereinbar erscheint damit allerdings einst- weilen die Tasache, dass bisher in keinem Falle eine Kreuzung der westeuropäischen Vertreter in der Gefangenschaft gelang, obwohl es mehrfach versucht wurde. Man kann also gespannt sein, wie sich die- ser Widerspruch eines Tages erklären lässt. — Wanderratte 
— Rattus norvegicus norvegicus BERKENHOUT 1769 Material : 9 (Balg + Schädel), Gamprin 18. VIII. 1962, Ö* (Balg + Schädel), Triesenberg 16. III. 1963 Das alte 9 mit stark angeschliffenen Molaren war altsäugend und wieder gravid (links 4, rechts 3 apfelkerngrosse Keimblasen). An- 287
        

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