tensteiner Waldmäuse gehörten zwar ursprünglich, d. h. ihrer Her- kunft nach, auch zu der grossen Bergform der Alpen, deren Refugien während der Vereisungen wahrscheilich nicht allzu weit von den Al- pen geblieben waren (Tessin, Rhönetal?), sie sind aber nicht mehr als die reine Alpenrasse, sondern als eine Mischform anzusehen, die auch mit der Tendenz zur Rotfärbung schon die Beziehungen zur atlanti- schen Faunengruppe zeigt. BARRETT-HAM1LTON (1900) hat schon vor mehr als einem halben Jahrhundert die westeuropäischen Popu- lationen der Waldmaus 
zu intermedius gestellt, zu einer intermediären Form also («It is at all events appropriate to an animal which is di- stinctly intermediate in its characters between several surrounding subspecies»), die ursprünglich aus Grossbritannien (Devonshire, Eng- land) beschrieben wurde. Er erwähnt auch das charakteristische Rot auf der Unterseite (« . . . a thin rufous line or as a rather broad and diffused yellowish staining of the belly»), und die von ihm angege- benen Masse entsprechen auch durchaus denen der Liechtensteiner Population (K + R 92 — 92,6, Schw. 84,5 — 88,2, Hf. 22,5 — 22,7, grösste Schädellänge 25 — 26 [= CB ca 22,8 bezw. 23,9]). Damit ist die Waldmaus Liechtensteins, wie viele andere Kleinsäuger dieses Raumes, ein verbindendes Glied zwischen den Formen der Hochalpen und der Ebene. — In letzer Zeit hat das Auftreten grosswüchsiger Populationen der Waldmaus (die ausserdem noch durch eine grosse Variation gekenn- zeichnet sind) noch die andere Deutung gefunden, dass man weit- gehendste Verbastardierungen 
zwischen Apodemus sylvaticus und Apodemus tauricus, also zwischen Wald- und Gelbhalsmaus, auch im Westen des Verbreitungsgebietes annimmt (ENGLÄNDER & AMT- MANN 1963). Im einzelnen soll dieses Problem jedoch erst bei der Besprechung der Gelbhalsmaus erörtert werden. — Gelbhalsmaus (Grosse Waldmaus) 
— Apodemus tauricus fta- vicollis MELCHIOR 1834 Material: 51 Exemplare gesammelt und vermessen (davon 27 gebalgt). Färbung: Oberseits haben die Gelbhalsmäuse des Untersu- chungsgebietes die charakteristische Verdunkelung der Rückenmitte und den mehr oder weniger stark ausgeprägten Ockerton an den Seiten, 282
        

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