seggensümpfen (Magnocaricion) der collinen Stufe. Der in der Karte angegebene Punkt von 720 m in den «Erlen» oberhalb Matschiis war nicht nur das Ende eines solchen Sumpfes, sondern hier waren auch nur noch die letzten Ausläufer der Feldmausbesiedlung zu finden. Da- neben erschien hier schon die 
Erdmaus (Microtus agrestis), die von hier ab aufwärts die einzige Wühlmaus blieb und hinauf bis zum Silumer Kulm vorkommt, wobei sich ab etwa 1450 m an manchen Plätzen die Kleinwühlmaus (= Untergrundmaus) dazugesellt. Das Triesenberger Bergsturzgebiet lässt auch hier eine tiergeographische und ökologische Entwicklung erkennen, die z. B. bei der Schermaus — wie schon erwähnt — einen anderen Weg genommen hatte (s. S. 253). Die Schermaus ist demnach — wenigstens in diesem Teile der Alpen — der frühere Einwanderer gewesen, der schon während der Erwärmun- gen der Allerödzeit eine Anpassung an die höher gelegenen Grasflä- chen gewonnen hatte, so dass die spätere postglaziale Bewaldung diese — ebenso waldfeindlichen — Tiere nicht in die sumpfigen Täler son- dern in die hochalpinen Grasheiden abdrängte, woher sie erst nach der Rodung der Wälder wieder herabstiegen. Diese bedeutsamen Arealauf- teilungen der Wühlmäuse des offenen Geländes durch die Waldaus- breitung in der Wärmezeit geben übrigens den faunistischen Bezie- hungen zwischen dem Hochgebirge und den Mooren, die JANETSCHEK (1961) erwähnt, eine interessante Erweiterung. Nur manche Einwanderungswellen der Feldmaus haben Anschluss an die höheren Grasflächen bekommen beim Vordringen des Waldes (meist im Zuge der Hochgebirgstäler) und entwickelten sich zu einer ausgeprägten Hochgebirgsform, deren Nagegebiss in den flachgründi- gen Böden die gleiche Entwicklung wie bei der Alpenschermaus nahm (Prognathie). Mit Sicherheit kann man aber annehmen, dass es sich hierbei stets um frühere Einwanderungsschübe als im Falle der rezen- ten Liechtenstein-Population handelte, nicht zuletzt deshalb, weil die Hochgebirgsrasse grosswüchsiger ist (und zwar bezeichnenderweise nicht an den höchsten Vorkommensplätzen, sondern an der unteren Verbreitungsgrenze, zwischen 1200 und 1500 m Höhe), wie DOTTRENS 1962 zeigen konnte. Es wird damit also klar, dass die Feldmäuse in Liechtenstein keine Angehörigen der 
Bergrasse {rufescentefuscus) sind, sondern nur eine Lokalform 
von arvalis arvalis darstellen, die — ähnlich wie die Tiere 271
        

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