(«Erlen»), die sich im trockenen Wiesengelände bergauf zieht (Mat- schils). Gerade in dem — schon mehrfach erwähnten — Bergsturz- gelände um Triesenberg hätte auch für die Feldmaus gut die Möglich- keit bestanden, sich weiter bergwärts auszubreiten, wenn es mit ihren ökologischen Ansprüchen vereinbar gewesen wäre. In anderen Gebie- ten ist ein solches Vordringen ins Hochgebirge mit Hilfe zusagender Anmarschwege (Strassenränder! )auch einwandfrei festgestellt worden, wie KRATOCHVIL & PELIKAN 1955 aus der Hohen Tatra berichten. Wenn unsere Liechtenstein-Feldmaus von dieser Gelegenheit keinen Gebrauch macht oder machte, dann kann das nur daran gelegen haben, dass ihre Anpassung an die Umwelt im Rheintal schon so stark war, dass nach dem Roden des Waldes in höheren Lagen die freiwerdenden Flächen in ihrer Struktur für sie nicht mehr in Frage kamen. Man kann annehmen, dass das Rheintal oberhalb des Boden- sees nach dem jeweiligen Zurückweichen des Rheingletschers zum grössten Teil aus Sumpf und nur an den Rändern aus Buschsteppe bestand (Allerödzeit, cf. WOLDSTEDT 1958). Im Präboreal (Vorwärme- zeit) ist wahrscheinlich u. a. auch die Feldmaus von Norden oder Westen aus ihrem Refugium in Süd-Frankreich (s. Karte 3 bei KRA- TOCHVIL & Mitarbeiter 1959, p. 21) eingewandert. Da sie aber niemals und nirgends geschlossenen Hochwald besiedelt, wurde sie später, im Verlauf der Wärmezeit, mit der enormen Ausdehnung des Waldes in die feuchten bis sumpfigen, baumfreien Flächen der Rheinau abgedrängt. Hier entwickelte sie dann in den folgenden 4 — 5000 Jahren die typi- schen Kennzeichen eines Sumpf- und Niederungsbewohners: dunkle Haarfarbe, d. h. starke, schwarze Grannen, klobige Formen und erheb- liche Grösse (Luxurieren) im Zusammenhang mit dem tiefgründigen Boden (keine Prognathie) und dem reichlichen Nahrungsangebot unter günstigen klimatischen Bedingungen, vor allem seit der allmählichen Umwandlung der Sümpfe in eine Kultursteppe. Diese Kultursteppe bildet bekanntlich den — sekundären — optimalen Lebensraum der Feldmaus heute, aber es ist interessant, dass die Tiere der Liechten- steiner Rheinau immer noch eine deutliche Bindung an feuchte bis sumpfige Lebensstätten zeigen: Wir fingen sie sowohl in verunkraute- ten Stoppelschlägen und frischen Rotkleebreiten in tief liegenden Fel- dern am Rheindamm als auch in ausgesprochen feuchten Rohrhorsten, an Grabenrändern und in kleinen Feldremisen oder in den Gross- 270
        

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