gang zu simplex = Phase 3 bei DOTTRENS), während die sog. dupli- cata-Form mit fünf inneren Vorsprüngen, die 
im rufescentefuscus- Material von DOTTRENS 7% ausmacht, in Liechtenstein nicht auf- trat. — Eine Prognathie der Schneidezähne, wie sie MILLER (1912) bei incertus abbildet und wie ich sie z. B. auch an einem Schädel von der Torrent Alp (Wallis) aus 2400 m Höhe feststellen konnte (Museum Bern Nr. 38), kommt bei der Liechtensteiner Population nicht vor. (Nach meinen Erfahrungen, 
bei Pitymys in Kalabrien, ist die Prognathie wohl stets sehr verschieden ausgeprägt, selbst in der glei- chen Sippe (cf. v. LEHMANN 1961 b, p. 224). — Fasst man diese Kennzeichen zusammen, dann ergibt sich, dass die Feldmäuse von der Liechtensteiner Rheinau grosse Körpermassen er- reichen und damit fast die Grösse der westalpinen Hochgebirgsrasse rufescentefuscus (die nur etwas langschwänziger ist), dass sie aber in der Schädellänge im Rahmen der Nominatform bleiben, die die Ebene und die Mittelgebirge des westlichen Mitteleuropa bewohnt (Terra typica Mittleres Wesergebiet). In der Farbe ist die Liechtenstein-Feld- maus auffallend dunkel, und die verblüffende Übereinstimmung mit der Erdmaus ist auch früheren Beobachtern schon bei anderen Popu- lationen in tieferen Lagen der Schweiz aufgefallen. So beschreibt FATIO schon 1869 eine Feldmaus aus dem Kanton Freiburg deren Farbe er «gris brun» bezeichnet, und von der er sagt: «Cette race locale, le pendant, en plaine, de la forme qui habite les Alpes, presente, au premier abord, une assez grande ressemblance avec l'Ar. agrestis». ünd 36 Jahre später führt er nochmals die Farbtöne der Schweizer Feldmäuse auf und nennt dabei auch wieder «la forme sombre»,die er sehr treffend 
mit Arenicola, also mit der Nordischen Wühlmaus ver- gleicht (FATIO 1905). Die grossen Körpermasse und das Vorkommen in den Alpen Hessen zunächst vermuten, dass es sich*auch bei den Feldmäusen in Liechten- stein um die (hoch-) alpine 
Rasse rufescentefuscus handelt. Bevor die craniologischen Vergleiche angestellt wurden, war aber die örtliche Verbreitung schon sehr auffällig und nicht mit der einer Hochgebirgs- form zu vereinigen: Wie die Fundplätze auf der Karte III zeigen, ist die Feldmaus in Liechtenstein nämlich ein ausgesprochener Vertreter des Stromtales; nur an einer Stelle stieg sie bis 720 m hoch und zwar auch hier nur im Zuge einer sumpfigen Rohr- und Riedgrassenke 269
        

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