Verhältnisse berichten jedoch HANAK & MAZAK 1962 aus den Kar- pathen: dort wurden am Südhang des Velky Rozsutec in 1320 m Höhe Feldmäuse und Untergrundmäuse in denselben Kolonien gefangen !). In Liechtenstein wird die Situation durch die Verbreitungskarte verdeutlicht (Karte III). Die Untergrundmaus kennen wir dort erst von Silum aufwärts, also ab etwa 1450 m. Zwar haben wir 1961 und 1962 an drei Stellen in tieferen Lagen (in Rotenboden, zwischen Rotenboden und Frommenhaus und in den Ellwiesen oberhalb Mäls ) im Wiesengelände Baue gefunden, deren kleine Einschlupflöcher den Verdacht 
auf Pitymys weckten, in keinem Falle ist uns aber ein Nach- weis gelungen. — Wenn man die Fundorte, die BAUMANN (1949) für die Schweiz nennt, ansieht, dann kann man ebenfalls nur feststellen, dass alle (mit der einzigen Ausnahme: «Lausanne») Plätze in den ge- nannten Kantonen nur in grosser Höhe liegen. Die westalpine Kleinwühlmaus ist also eine ausgesprochene Hoch- gebirgsform, und das gut zu kontrollierende Bergsturzgelände um Triesenberg (s. Abb. 2), das ein Hinabsteigen der Untergrundmäuse in tiefere Lagen in jeder Beziehung erleichtert (die konkurrierende Feldmaus steigt dort nicht über 700 m hinauf !), hat keine vertikale Verschiebung der Verbreitungsgrenze bewirkt. — Als ältester Name bot sich für diese Unterart 
zunächst fusca (FATIO 1900) an, nachdem MOTTAZ 1907 — 1913 lang und breit (aber wenig überzeugend) auseinandergesetzt hatte, dass diese schwärzlich-graue Wühlmaus, die FATIO aus Untervaz (nicht weit von Chur) von nur 600 m Höhe bekommen hatte, keine Erdmaus, wie der Erstbeschreiber angegeben 
hatte (Arvicola agrestis fusca !), gewesen sein könne, son- dern 
eine Pitymys. MOTTAZ' Beweisführung ist indessen so fragwür- dig, dass für uns heute kein Grund mehr vorhanden ist, dieses Tier aus geringer Höhe bei Chur als etwas anderes anzusehen als das, was FATIO ursprünglich annahm — nämlich eine Erdmaus ! Leider ist der Typus, der — nach MOTTAZ — in St. Gallen aufbewahrt wurde, nicht mehr vorhanden (Herrn Museumsleiter Dr. SAX-St. Gallen danke ich für die Feststellung und Mitteilung); es ist aber — nach allem — auch sehr fraglich, ob MOTTAZ ihn überhaupt je gesehen hat. Im übrigen geht MOTTAZ bei seiner Argumentierung davon aus, dass fusca keine Erdmaus sein könne, weil FATIO sie nicht 
mit nigra ver- glichen habe, und weil — vor allen Dingen 
— Pitymys in tieferen 257
        

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