dem grossen Verbreitungsraum gar nicht verändert haben, sondern weil bei einer rein deskriptiven Methode keine Unterschiede festzu- stellen waren. Nach den oben erwähnten morphologischen Abwei- chungen der Liechtenstein-Tiere (von denen ausserhalb der Alpen in NW-Europa und den ostalpinen Vertretern andererseits) wird es jetzt jedoch richtig sein, die westalpine Form als besondere Unterart auf- zufassen; umso mehr als die Umweltansprüche (im weiteren Sinne) der beiden westeuropäischen Gruppen offenbar verschieden sind. Ein auffälliger Unterschied zwischen den Untergrundmäusen in Liechtenstein und den Tieren im nördlichen Rheinland (z. B. in der Voreifel) besteht nämlich in Bezug auf den Lebensraum. Wie ich schon 1955 mitteilen konnte, geht die Kleinwühlmaus im Rheinland auch in die Ebene hinab und trifft dort natürlich überall mit der Feldmaus zusammen. Zwar bildet sie dort im Lebensraum der Feldmaus abge- sonderte Inseln (mit Reliktcharakter), aber die Tatsache, dass sie in grossen Gebieten ein ziemlich enges Mosaik bilden (cf. ALTNER 1962, J. NIETHAMMER 1960 a, ZABEL 1962), steht doch in auffallen- dem Gegensatz zu den Verhältnissen in Liechtenstein und über- haupt in den Westalpen. Schon SCHINZ hat 1845 (Synopsis Mamma- lium) die deutliche regionale Verbreitungsgrenze 
zwischen Pitymys (die er bezeichnenderweise «Schwärzliche Feldmaus» nennt) und der (alpinen) Feldmaus am Gotthard geschildert, und kürzlich konnte DOTTRENS (1961) klären, dass die alpine 
Feldmaus (Microtus arvalis rufescentefuscus SCHINZ) die tieferen Lagen (SCHINZ: «Geht aber nicht bis zu den obern Sennhütten»), und die Untergrundmaus (dort: 5p. incertus) die Gipfelregion bewohnt. (Damit wurde übrigens die irrtümliche Auffassung von MOTTAZ, 1907, in diesem Falle richtig- gestellt). Handelt es sich hier zwar um eine 
andere Ptryray5-Art, so hat v. WETTSTEIN 1926 bei der Abhandlung 
seiner Pitymys incer- toides (= M. (P.) subterraneus incertoides) in Tirol den gleichen Sach- verhalt beschrieben: Die Feldmaus geht nur soweit hinauf, wie üppige Mäh wiesen hinaufreichen; die Untergrundmaus «dagegen beginnt erst dort, wo erstere nach oben aufhört, ist also hochalpin ...» (1. c. p. 110). Für den Schweizer Nationalpark kann DOTTRENS 1962 ebenfalls eine deutliche Gebietsvikarianz zwischen Untergrundmaus und Feld- maus aus dem Sammelergebnis zeigen: Unter rund 500 Kleinsäuge- tieren waren 144 Feldmäuse und 
keine Pitymys ! (Über ganz andere 256
        

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