fizierbaren Grössen nicht unbeträchtlich höher liegen (Körper- und Schwanzlänge), wie ich schon 1954 und 1955 feststellen konnte. Damit nähert sich diese Schermaus des Rheintales etwas der 
Unterart t. scher- man, die als Bergform in Mittel- und Süddeutschland bis zum Boden- see lebt, und die MÜLLER-BÖHME (1936) gerade auf Grund seiner Befunde vom Bodensee und der Schweiz allein gelten lässt, und zu der er exitus als Synonym stellt. Tatsächlich 
stellt scherman wohl eine Misch- oder Ubergangsrasse dar zwischen der, oft rein aquatisch le- benden Niederungsrasse 
/. terrestris («Wasserratte») und der rein un- terirdisch im trockenen Kulturland lebenden 
Bergrasse exitus. Denn ich konnte zum Beispiel in der Voreifel am Rande der Kölner Bucht, also im Siedlungsgebiet der 
Unterart scherman, beide, d. h. für beide Extremformen bezeichnenden, Lebensformen feststellen: Es gab Tiere, die fern vom Wasser im trockenen Kulturland lebten und in den Obst- baugebieten durch Wurzelfrass bedeutenden Schaden machten, und andere Sippen, die in Sümpfen und an Bachufern lebten und dort oberirdische Teile der Sumpfpflanzen (Binsen) abnagten. Diese Tiere flüchteten an kleinen Tümpeln (Bombentrichtern) bei Störungen auch gelegentlich schwimmend und sind wahrscheinlich auch nur entlang den Waldbächen mitten in den Hochwald gelangt, wo sie dann auf kleinen Waldwiesen die Pappelpflanzungen stark schädigten. Demge- genüber 
ist exitus als ausgesprochene Trockenform in Liechtenstein nirgends am Wasser oder im Sumpfgebiet (z. B. 
im Phragmitetum zwischen Balzers und Triesen, am Gampriner Seeli, im Äscher oder an den Kanalufern in der Rheinau und im Ried) anzutreffen. Diese rela- tiv kleinen Tiere mit dem zur starken Prognathie entwickelten Wühler- schädel sind — wenn man hier den Ausführungen JANETSCHEK's (1961) über die nacheiszeitliche Wiederbesiedlung der Westalpen, vor allem durch die Wirbellosen, folgt — als Form der waldfreien Tundren und Steppen vermutlich im Spätglazial bis zum Vorboreal eingewan- dert. Sie wurden aber durch den nachrückenden Wald in die hochal- pinen Grasheiden abgedrängt (und erwarben in diesen steinigen, flach- gründigen Lebensstätten ihre heutige Gestalt) und sind erst später, sekundär, wieder in das waldfreie Kulturland vorgedrungen. — Zur Systematik der Alpen-Schermaus soll zum Abschluss nur noch die kurze Stellungnahme von Herrn Dr. H. REICHSTEIN-Kiel ange- führt werden (briefl. 20. 7. 1962), der eine zusammenfassende mono- 253
        

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