lationen feststellbar, in der langschwänzigen Sippe des Saminatales ist er jedoch wesentlich geringer. — Wir fingen die Rötelmaus in allen Busch- und Baumbeständen, von den Auwäldern und dem Eschner Berg bis zur oberen Baumgrenze im Gebirge. In den kleinen Waldstücken und Baumkulissen der warm- trockenen Rheinau tritt sie allerdings deutlich zurück, so dass wir sie in den letzten Jahren im Rheintal nur noch in dem feuchten Auwald- streifen fingen. — Fortpflanzungsbiologisch ist eine Beobachtung interessant, die ich gelegentlich auch bei Spitzmäusen machen konnte: Am 23. Juni 1962 fingen wir im Saminatal eine gravide Rötelmaus, deren vier Keim- blasen etwa apfelkerngross waren. Zwei dieser Keimblasen waren so fest miteinander verbunden, dass sie wie eine Einheit wirkten, von der sich ein Teil abzuschnüren beginnt. Da es bei multiparen Säugern auch (ausser bei manchen Gürteltieren, wo es die Regel ist) eineiige Zwillignge gibt (D. STARCK mündl. Mitt.), hielt ich dieses Gebilde für das Ergebnis einer solchen Kernteilung. Die mikroskopische Auf- nahme (Abb. 15), für die ich dem Zoolog. Institut der Universität Köln nochmals herzlich danke, zeigt jedoch in der grösseren Blase einen völlig normal isolierten Keimling, umgeben von seinen Eihäuten. Die Aufnahme lässt auch die differenzierenden Furchungen und Tei- lungen des Keimlinges gut erkennen, und die wie eine Mütze daran geheftete kleinere Blase ist nur als das Ergebnis eines zu dicht daneben implantierten anderen Keimes anzusehen, dessen völlige Absorbtion sicher zu erwarten ist. — Zum Abschluss sei noch ein merkwürdiger Fang erwähnt: Am 18. Juli 1961 fingen wir unterhalb Masescha eine männliche Rötelmaus, die merkwürdige, zum Teil symmetrisch angeordnete Beulen oder Ge- schwülste an der Bauchseite zeigte ( s. Abb. 16). Wie die histo- logische und histochemische Untersuchung im Staatl. Veterinäruntei- suchungsamt Bonn ergab (ich danke Herrn Dr. SCHULTE nochmals herzlich für alle Mühe !), handelt es sich nicht um veränderte Lymph- gefässe (wie ich vermutete) sondern um Atherome, also sog. «Grütz- beutel», da die innere Auskleidung der «zystenartigen Auftreibungen aus einem mehrschichtigen Plattenepithel besteht». (Befundmitteilung TO Nr. 143 vom 29. I. und 8. III. 1963). Das Tier hatte mit 20 g das normale Gewicht. — 250
        

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