Rötelmaus bei v. BURG (1923) angegeben: «Oberseite dunkelrot. das Rot an der breitesten Stelle etwa 2,5 cm breit, also keineswegs den Rücken ganz bedeckend. Flanken selten graurot, gewöhnlich grau- schwarz, deutlich verschieden vom Rücken; Bauch weiss bis rostrot überflogen; letztere Färbung selten und kaum wahrnehmbar ...» — In den o. a. Veröffentlichungen habe ich auch den Zusammenhang zwischen Haarfarbe und Umwelt im Hinblick auf die Rötelmaus er- wähnt. Ich konnte die vorher von K. ZIMMERMANN (1951) geäusserte Auffassung bestätigen und sagen, dass der Haarfarbe unserer Klein- säuger «kein Selektionswert beizumessen ist». Es war bei der Rötel- maus nämlich offensichtlich, dass die dunkle Farbe der Hochgebirgs- formen (nageri), also der kalten Klimabereiche weder einen krypti- schen Anpassungswert bei relativ langer Schneedauer, noch einen Vorteil im Wärmehaushalt, verglichen mit den «winterweissen» Säu- gern (isolierende Luftkammer im Haarmark), geben kann. Ich habe aber andererseits jetzt weiter oben bei den Insektenfressern auch mehr- fach darauf hinweisen können, dass die Kleinsäuger der kalten Klimate die Neigung zeigen, dunklere Farben zu entwickeln, dass auch das Winterkleid bei Spitzmäusen — wenn es ausgebildet wurde — stets dunkler ist als das Sommerkleid (zumindest die Oberseite), dass also hier eine Vermehrung des dunklen Pigmentes als Kälteschutz oder Kältereaktion der Haut anzusehen ist*). Diese Kältereaktion ist seit langem bekannt (dunkle Kühlhausmäuse; rasierte helle Hautstellen bei Kaninchen werden durch Kälteeinwirkung dunkel u. a. m.), und in der neuen Formulierung der GLOGER'schen Regel heisst es, dass «... durch niedere Temperatur zunächst eine Verminderung der Phaeomelanine (rotbraun), bei erheblich höheren Kälteextremen da- gegen erst die Eumelanine (schwarzbraun) eine Einschränkung erleidet» (TOLDT, 1935 p. 132). TOLDT schreibt dazu weiter: «Dadurch wird z B. die auffällige Erscheinung erklärlich, dass. während im kalten *) Nach Abschluss des Manuskriptes veröffentlichten F. ANDERS und Mit- arbeiter (Zool. Anzeiger, 26. Supplementband, 1963, pp. 97 — 118) die Er- gebnisse ihrer Versuchsreihen mit Zahnkarpfen und Drosophila, aus denen eindeutig hervorgeht, dass bei diesen Tieren der Anstieg des Aminosäure- spiegels, der einerseits u. a. durch niedere Temperatur und ultraviolettes Licht hervorgerufen wird, das Körperwachstum und die Pigment- und Pig- mentzellenbildung beschleunigt. Die Verfasser glauben mit diesem Phäno- men eine allgemeine Gesetzlichkeit gefunden zu haben. — 246
        

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