Obersäss (1880 m). — Dass das Hermelin die Jungtiere jagt, ist wieder- holt beobachtet oder vermutet worden (MÜLLER-USING 1952 in litt., FREUDELSPERGER 1938); es ist anzunehmen, dass dies (in mäuse- armen Jahren) auch ab und zu in Liechtenstein vorkommt, da die Wiesel bis in die Hochlagen verbreitet sind (s. u.). Eigene Beobachtungen wurden nur an den Mumeltierkolonien ober- halb Silum und am Sareis gemacht, sie gehen aber nirgends über das hinaus, was in der umfangreichen, neueren Literatur bereits nieder- gelegt wurde (SCHOCHER 1946, MÜLLER-USING 1952, 1953, 1955, 1956, 1957, Lilli KOENIG 1957, PSENNER 1956, 1957, BOPP 1955/58, 1962 u. a.). Hinzuweisen wäre vielleicht nur darauf, dass verhältnis- mässig oft Einzelbaue innerhalb der Bergwaldstufe gefunden wurden (Silum, «Dürraboden» oberhalb Steg) und zwar direkt am Stamm alter Fichten. Da sie zum Teil im Mai bewohnt (Silum), zum Teil aber im Juni offenbar verlassen waren (Dürraboden), handelt es sich um Win- ter- und Sommerbaue. Es ist die Frage, ob es sich hier um Einzelgänger handelte, wie sie MÜNCH 1958 unter ähnlichen Verhältnissen im Kanton Glarus beobachtete, oder um eine allgemeine Tendenz, in die aufgelockerten Fichtenbestände einzudringen (s. hierzu den folgenden Bericht des Herrn Vorsitzenden des Jagdschutzverbandes). — Offenes Wasser habe ich durchaus nicht regelmässig in nächster Nähe gefun- den und ich bezweifle daher, dass R. AMON (1931) recht hat, wenn er sagt dass das «Vorhandensein von Wasser (zum Trinken) Bedingung» sei, und dementsprechend die Vermutung v. WETTSTEINS (zit. von AMON), dass «das Aussterben in den Ostalpen eine Folge der stärker gewordenen Verkarstung und der damit verbundenen Wasserlosigkeit» sei. zutrifft. Schon v. TSCHUDI (1854) schreibt nach seinen Beobach- tungen an gefangenen Tieren «... trinken selten, aber viel auf ein- mal, besonders Milch, wobei sie stark schmatzen und wie die Hühner bei jedem Schluck den Kopf aufrichten» (1. c. p. 534). Man kann sich nicht vorstellen, dass ein Steppentier dieses Trinkritual oder Verhalten regelmässig an freien Wasserstellen zeigt. Auch HAINARD (1962) zi- tiert SCHOCHER im Hinblick auf das Trinken des Murmeltieres: «II ne les a jamais vues boire, moi non plus». (1. c. p. 179). — Das Fett des Murmeltieres ist nach wie vor begehrt (forstamtl. Mitt.). Nach altem Volksglauben soll das Fett «die Geburt erleichtern, die Kolik heilen, dem Keuchhusten abhelfen, Brustverhärtungen zerteilen» usw.. 232
        

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