haben, ist die funktionelle Bedeutung auch dieser Knochenzapfen bezw. Muskelansatzstellen beim Murmeltier offensichtlich. — In die- sem Zusammenhang sei auf ein sehr schönes Analogon hingewiesen: Der männliche 
Elch (Alces alces) hat am Hinterhaupt, hinter den «Rosenstöcken» an der Scheitelnaht zwei ganz ähnlich gestaltete, spitze Knochenkegel. Herr Dr. med. KUHN, dem ich diese merkwür- digen Knochenspitzen einmal zeigte, hielt sie sofort für Muskelansatz- stellen im Zusammenhang mit dem schweren Haupt und der seit- lichen Verlagerung der Stangen des Elches (Abb. 13 b). Tatsächlich ist dieser Höcker bei anderen Cerviden auch nur ganz schwach ange- deutet. — Beim Murmeltier wird damit also deutlich, dass es als Steppentier primär an harte Pflanzennahrung angepasst war und erst sekundär in die Grasheiden der Alpen mit den verhältnismässig wei- chen Kräutern der feuchten Hochlagen eindrang. Hiermit, d. h. mit der disjunkten Verbreitung des Alpenmurmeltieres einerseits und des Step- penmurmeltieres (Bobak) in der östlichen Ebene, findet man auch das bestätigt, was JANETSCHEK (1961) bei der Besprechung der nacheis- zeitlichen Neu- bezw. Wiederbesiedlung im Hinblick auf einige Glie- derfüssler sagte: «Die Fauna der hochalpinen Grasheiden verlor durch das Vordringen des Waldes ihren ursprünglichen Zusammenhang mit jener der Niederungssteppen des Ostens, was zu verschiedenen Areal- aufteilungen führte». — Die Murmeltiere des Untersuchungsgebietes konnte ich an ver- schiedenen Kolonien beobachten. Die näheren Angaben über den Be- stand entnehme ich einem Bericht des Forstamtes Vaduz vom 7. No- vember 1952 (den mir Herr Prof. Dr. MÜLLER-USING aus Hann. Münden dankenswerterweise für diese Arbeit zur Verfügung stellte), sowie den «Rechenschafts-Berichten der Fürstl. Regierung an den hohen Landtag» 1922 — 1960. — Der Gesamtbestand wurde 1952 vom Forstamt auf ca 700 Tiere geschätzt, bei der amtlichen Wildzählung wurde später wesentlich weniger angegeben, nämlich: 1953 — 450, 1954 — 430 und 1955 — 470 Tiere. Das Vorkommen beschränkt sich in der Hauptsache auf die «inneren Gebirgskessel (Lawena, Samina, Malbun, Valorsch)» zwischen 1300 und 2100 m Höhe (s. Verbreitungs- karte des Forstamtes von 1952). Die Vermehrungsquote wird auf 33 % geschätzt. Die Schusszeit dauert vom 1. September bis Mitte Oktober. Erlegt wurden nach den o. a. Listen: 230
        

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