nach dem Abschuss vieler Tiere immer noch neuen Zuzug. Es ist er- staunlich, wie dabei auch entlegene, einzelne Baumgruppen, Hasel- gebüsche und Strassenbäume aufgespürt werden. Auch in Liechtenstein stellten wir in der Hügel- und unteren Bergwaldstufe im Hochsommer die gleichen Erscheinungen fest. So war das damals trockene Bachbett, das zwischen den sogenannten «Ellwiesen» auf die Ebene bei Mäls herabkommt und von Haselbüschen eingefasst ist, übersät mit Nuss- schalen, die Eichhörnchen dort zurückgelassen hatten, und ebenso stie- gen Hörnchen in den schmalen Buschstreifen an der Quaderrüfe bis fast an die Hauptstrasse in Schaan in der Zeit der Haselnussreife hinab. Die verstreuten Wildapfelbäume an den Fußsteigen oberhalb des Vaduzer Schlosses und am Waldrand der Galina in Schaan wur- den ebenso stark besucht, wie es die vielen angenagten Früchte am Erdboden bewiesen. Dass es sich hierbei nicht um den Siebenschläfer, sondern um das Eichhörnchen handelte, verdanke ich der Bestimmung dieser Fraßstücke durch Frau Dr. MOHR-Hamburg, der an dieser Stelle nochmals gedankt sei. Das ständige oder zeitweilige, lokal beschränkte, stärkere Auftreten des Eichhörnchens hat also mit den klimatischen und strukturellen Verhältnissen des betr. Gebietes nichts zu tun, und spielt sich unab- hängig innerhalb des grossen Rahmens der ökologischen Ansprüche ab. Mit Recht bezeichnet HEDIGER (1946) das Eichhorn als «typischen Kulturfolger». — Für den Genetiker wäre es wichtig, zu erfahren, wie sich in den Mischgebieten die dunkle und die rote Farbe des Eichhörnchens im Erbgang verhält. Da die Zucht in der Gefangenschaft bisher nur selten geglückt ist (cf. Ch. LEGGENHAGER 1959), findet sich auch in der neueren Literatur nichts darüber. Einen interessanten Hinweis gibt jedoch der alte Bericht des Frhr. v. KÖNIG-WARTHAUSEN (1885), der über eine Zusammenballung von Hörnchen auf einem Birnbaum fol- gendes schreibt: «... von überall her zogen sich die Eichhörnchen herbei, und das kleingebissene Fleisch der Früchte bedeckte buch- stäblich zollhoch den Boden; da liess ich — es ist jetzt etwa 20 Jahre her — mit Schonung der schwarzen alle rothen Exemplare wegschies- sen und in kaum einer Woche wurden gegen zwei Dutzend nur an diesem Baum erlegt; die Folge war, dass man mehrere Jahre hindurch fast nur noch schwarze in der Nachbarschaft antraf». (1. c. p. 57). 226
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.