fachen Melanismus (im Sinne einer Mutation = Phase) handeln kann, denn die Felle zeigen immer gewisse Abstufungen zu Rot (s. ALTUM 1876). Dieselbe Feststellung traf MILLER (1912) mehr als 30 Jahre später, und er fand noch heraus, dass — abgesehen von der starken individuellen Variation — bestimmte Färbungstypen (innerhalb der beiden «Phasen») besonders häufig auftraten. Das sind aber alles ty- pische Kennzeichen einer sekundären Vermischung, im Gegensatz zum gleitenden Gefälle (Clin) der Übergangsrassen und erst recht zum übergangslosen Nebeneinander der sog. Phasen. — Da man in solchen Fällen nomenklatorisch nur die Extreme benennen soll, habe ich vor- geschlagen, die Hörnchen im mittleren Westeuropa, etwa westlich der Elbe bis in die Alpen hinein 
als Sciurus vulg. gotthardi X fuscoater zu bezeichnen. Zwar kommen die beiden Extreme, das kastanienbraune Hörnchen (das ALTUM im Harz fand) und das tief schwarze, etwas kleinere, das FATIO vom Gotthard kannte, ausgesprochen selten vor, aber die intermediäre Farbe, die sich etwa 
in brunnea manifestiert, zeigt nach beiden Seiten zu viele Übergänge, als dass man sie zur Grundlage einer taxonomischen Einheit machen könnte. Es ist durchaus möglich, dass es Gebiete gibt, die (zeitweilig ?) ausschliesslich von Hörnchen des 
«Phänotyps brunnea» bewohnt wer- den, und es wäre dann verständlich, dort wieder diese alte ALTUM'sche Rasse (brunnea mit der Terra typica Elsass-Lothringen) aufzustellen; aber ein solches Vorgehen scheint mir nur dann gerechtfertigt zu sein, wenn man 
unter brunnea von vorn herein Mischformen mit grosser Variationsbreite verstehen will. Wie vorsichtig man bei der systematischen Einstufung sein muss, zeigte mir kürzlich wieder ein Fall in der Museumspraxis: Es wurde nämlich im Januar 1963 aus dem Kreise Jülich, also aus der Tiefebene, ein frisch-totes Eichhorn-O* eingeschickt (Nr. Museum A. Koenig- Bonn 63. 1), das (ausser der weissen Unterseite) ganz schwarz ist (mit nur ganz feiner, kaum sichtbarer, roter Sprenkelung) und gegenüber anderen Hörnchen, wie sie MILLER (1912) zum Beispiel für Deutsch- land anführt, deutlich geringere Masse zeigt (K + R 220, Schw. 165, Hf. 57, CB 45,7 Zyg. 31,8 mm, Gew. 335 g) — also ein 
typischer Sciurus vulgaris gotthardi, wie wir es in unseren Sammlungen in Bonn sonst nur aus den Westalpen haben ! Im losen Zusammenhang mit der Färbung des Haarkleides steht 224
        

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