ich auch im Zusammenhang mit den Bauten der Untergrundmaus (Pitymys) abbildete (1957/62, Abb. 3). Schon dieses Zusammenleben in nächster Nachbarschaft 
mit Pitymys deutet auf die weniger günstige Bodenstruktur (steiniger Verwitterungsboden) gegenüber der Erlenaue im Saminatal. In einer etwas höher gelegenen Almwiese in Sükka fanden wir den Maulwurf auch zusammen mit der 
Schermaus (Arvicola), die in Silum fehlt, und zwar leben allem Anschein nach beide Arten dort zeitweilig in den gleichen Gängen, wie folgende Beobachtung zeigt: Die Alm war Mitte Juni noch nicht vom Vieh besetzt, und zahlreiche Erdhaufen und einzelne Löcher Hessen das Vorkommen beider Arten in Frage kommen. Wir stellten Maulwurfzangen in die Gänge und auch Klapp- fallen an einzelne Einschlupflöcher. In einer dieser Fallen sass eines Morgens eine halberwachsene Schermaus. Die hintere Körperhälfte steckte noch im Loch. Beim Herausziehen zeigte es sich, dass der ganze Körper unterhalb des Brustkorbes wie mit dem Messer abgeschnitten war und fehlte. Eine derart radikale Operation war sehr auffällig, denn man findet zwar angefressene Tiere in den Fallen, die von ihren Artgenossen oder von Spitzmäusen teilweise verzehrt wurden, aber in diesen Fällen ist der Kadaver immer zerfetzt oder ausgehöhlt; eine derart glatte Amputation war mir jedenfalls noch nie begegnet. Des Rätsels Lösung brachte eine kleine Mitteilung, die vor 20 Jahren im «Zoologischen Garten» erschien. Dort berichtet V. HORNUNG (1942) von einem ganz analogen Fall, bei dem er beim Nachgraben den Attentäter, in Gestalt 
eines Maulwurfes .sogar noch erwischte. — In der Rheinebene siedelt der Maulwurf ebenfalls in losem Kontakt mit der Schermaus und erreicht dort seine höchste Dichte. Die von den Gemeinden angestellten «Musfänger» (Abb. 10), die in der Haupt- fangsaison im Frühjahr und Hochsommer Tagesstrecken bis zu 20 Tieren erzielen, bringen jedoch in der Regel nur die eine oder andere Art nach Hause, je nach den abgefangenen Flächen, wobei reines Ackerland von der Schermaus, Wiesen und Gründland vom Maulwurf bevorzugt wird. — Sollte es sich bei grösseren Serien herausstellen, dass die Maul- würfe des Liechtenstein-Schweizerisch-Vorarlberger Rheintales dort trotz der günstigen Verhältnisse alle im Durchschnitt so klein sind, wie oben gezeigt wurde, stände ihre genetische Sonderstellung gegen- 211
        

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