bieten kann. Es sind also Ballungsräume, die ein enges Zu- sammenrücken, einen Kampf und ein Verdrängen der schwächeren Art zur Folge haben. Hinzu mag noch die Tatsache kommen, dass diese beiden Arten ihrer geographischen Herkunft nach (Ost-West) ver- schieden und einander dementsprechend «fremd» sind. Ähnlich, wenngleich wesentlich schwächer ausgeprägt, ist die Si- tuation bei dem Artenpaar Waldspitzmaus-Zwergspitzmaus. Von einem Vikariieren infolge einer Verdrängung der kleinen Art kann gar keine Rede sein. Beide kommen überall nebeneinander vor, und nur bei genauerem Hinsehen kann man feststellen, dass die Zwergspitzmaus in manchen Gebieten ein Peius der Lebensstätten innehat, d. h. die — grob gesehen — klimatisch und strukturell etwas ungünstigeren Plätze (Sümpfe, trockene Heiden, dürftige Hochgebirgsmatten) einnimmt, wie es oben schon ausgeführt wurde. Was die Bevorzugung der Sümpfe (und wenig beschatteter Heidebiotope) anlangt, so halte ich dies nicht nur für Ausnutzung einer vorhandenen «ökologischen Nische», son- dern auch für ein Ausnutzen solcher Plätze, die dem kleinen Tier den relativ grossen Wärmeverlust durch schnelle Erwärmung der Umge- bung bei Sonnenschein ersetzen, wie es bei den Reptilien auch der Fall ist. Ich fand jedenfalls im Hohen Venn z. B. Zwergspitzmaus und Bergeidechse (Lacerta vivipara) an den gleichen Stellen. — Abgesehen davon sind aber die ökologischen Ansprüche bei der Zwergspitzmaus die gleichen wie bei der Waldspitzmaus, beide haben sicher einen langen, gemeinsamen Lebensweg hinter sich, und nur die Tatsache, dass die grössere Art überall in relativ grosser Dichte auftritt, führt gelegentlich und gebietsweise zu Konkurrenz- und Verdrängungs- erscheinungen. Bei den beiden Wasserspitzmäusen ist die Situation schon dadurch grundsätzlich anders, dass die Angehörigen dieser Gattung prinzipiell keine Einzelgänger sind, sondern ausgesprochen gesellig leben, und damit entfallen wahrscheinlich von vorn herein verha'tensmässige Grundlagen, die zum nachhaltigen Bekämpfen der anderen Art führen könnten. Tatsächlich konnte ich ja auch in Liechtenstein (s. o.) die Beobachtung anderer Autoren bestätigen, dass Wasser- und 
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