Wasserspitzmaus 
— Neomys fodiens fodiens PENNANT 1771 Material: 16 Bälge (+ Schädel), 13 Gewöllschädel (bezw. Fragmente). Färbung : Die weissen Flecken hinter den Augen sind nur bei zwei Tieren deutlich, bei einem Jungtier vom August (Rotenboden) und bei einem alten °- 
im Winterpelz vom 2. November (Rheinau). Bei diesem Tier haben auch die Ohren mehr oder weniger deutliche weisse Tup- fen, wie überhaupt das Silberweiss der Unterseite bei diesem Winter- balg heller in Erscheinung tritt und mit dem, silberig überhauchten, tiefschwarzen Rücken, ohne alle braunen Farbtöne, einen auffallenden Kontrast bildet. — Die dunkle Bauchzeichnung variiert in unserem Material von einem kurzen, schmalen Strich auf der Bauchmitte bis zu einem Tier, dass an der Kehle einen grossen, dunklen Fleck hat und den Bauchstrich zu einem breiten Band vergrössert, das sich — etwas aufgehellt — an der Brust über die ganze Unterseite ausbreitet. Diese Zeichnung entspricht etwa der Nr. 4 der «abundistischen» Reihe bei BAUER (1960). Die von den Körperseiten hineinwachsende Ver- dunkelung kommt bei den Liechtensteiner Bälgen nicht vor. Ein Drit- tel der Tiere hat auf der Unterseite keine Schwarzzeichnung. Dies ist unabhängig vom Fundort; so hat ein am 15. August in Rotenboden («Gruaba») gefangenes altsäugendes 9 die o. a. extreme Verdunkelung, während die vier neben ihr gefangenen, fast erwachsenen, Jungtiere folgendermassen gezeichnet sind: 2 Tiere ohne Schwarz, 1 mit einem dünnen Strich auf der Medianlinie des Bauches, und ein Tier hat ausser diesem Strich noch einen kleinen Kehlfleck. Ob sich bei diesem Bild der wechselnden Ausformung der Bauch- zeichnung die von KAHMANN & RÖSSNER (1956) ausgesprochene Vermutung, es handele sich um eine monogene Anlage mit dominanter Wirkungsweie, in dieser Form aufrechterhalten lässt, ist sehr fraglich. Wie ich an anderer Stelle 1963 im Zusammenhang mit der Vererbung des Brustfleckens 
bei Apodemus schon andeutete (von LEHMANN, 1963 b), sind in solchen Fällen wahrscheinlich mehrere Faktoren im Spiel. Ich vermute bei der Zeichnung der Wasserspitzmaus einen ähn- lichen Vererbungsmodus, wie ihn die Tigerung des Pferdes hat, d. h. um ein komplexes (polymeres) Merkmal mit sich steigernder Wirkung im Phänotyp (von LEHMANN 1951). In diesem Falle würde das be- deuten, dass die hochgradig ausgefärbten Tiere die geringer gescheck- 193
        

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