Der Schwanz ist völlig kahl. Nimmt man hier in Anbetracht des Alters des Tieres und der Jahreszeit, schon eine gewisse Schrumpfung an, so bleibt doch ein erstaunlicher Unterschied zu den Tieren der Hochlagen. Die Masse unterschreiten sogar noch die Abmessungen, die MILLER (1912) und J. NIETHAMMER (1960 b) für deutsche bezw. ostalpine Tiere der 
Unterart hercynicus angeben. Es gibt in der Literatur vereinzelte Berichte, wonach Alpenspitz- mäuse auch in tieferen Lagen festgestellt werden. Hierzu gehört die Mitteilung von A. GHIDINI (1911), der im November 1910 in Porlezza am Ufer des Luganer Sees in nur 280 m Höhe eine männliche Alpen- spitzmaus fing. Balg und Skelett, die im Berner Museum aufbewahrt werden, liegen mir vor. Körpermasse sind nicht vermerkt, der Schädel ist leider zerbrochen und hat in der Kapsel eine Breite von 9,4 mm; die Schädellänge ist nicht mehr genau zu ermitteln, liegt aber wahr- scheinlich etwas unter 20 mm (CB). — Aus neuerer Zeit gibt es zwei weitere Meldungen, wonach Alpenspitzmäuse in tieferen Lagen vor- kamen: im Donautal zwischen 300 und 400 m bei Vilshofen in Nd. Bayern (BOTHSCHAFTER 1957) und im Orava-Tal (450 m) in der Tschechoslowakei (HANAK & MAZAK 1962). In beiden Fällen bestand offenbar keine Verbindung zwischen diesen Populationen der tieferen Berglagen und solchen, die in den bekannten Höhenstufen leben, und es drängt sich im Falle Liechtenstein natürlich die Frage auf, ob dieses Stück aus Vaduz (450 m) vielleicht auch keinen Zusammenhang mit den Populationen der Hochlagen hat. Dafür spricht die Tatsache, dass wir bisher in den fast 1000 m, die vertikal zwischen den Fundorten liegen, keine Alpenspitzmaus fingen. Es ist ausserdem allgemein be- kannt, dass die Alpenspitzmaus durchaus nicht gleichmässig über ihre Siedlungsräume verteilt ist, sondern ein, im einzelnen vielleicht wech- selndes, zersplittertes Verbreitungsbild bietet. Dies gilt ökologisch, wo- rüber noch zu berichten sein wird, als auch geographisch. In diesem Zusammenhang sei an die Alpenspitzmäuse des Harzes erinnert. Diese weit nach Norden vorgeschobene, isolierte Gruppe, die wegen ihrer Kleinwüchsigkeit MILLER 1909 veranlasste, sie zur neuen Unterart (hercynicus) zu erheben, ist vielleicht heute in ihrem alten Vorkom- mensgebiet verschwunden. Jedenfalls fing ZIMMERMANN 1951 an dem klassischen Fundplatz («Mäuseklippen») keine Alpenspitzmaus mehr. — Das sporadische Auftreten mag in manchen Fällen die He- 191
        

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