relativ langschwänzige (alpine) Waldspitzmaus, dessen Körper stark verschrumpft und dessen Farbe hochgradig verblasst war. Ich schliesse dies einmal aus den Massangaben des Beschreibers, wonach die — relativ unveränderlichen — Schwanz- und Hinterfusslängen 
von An- tinorii gegenüber denen seiner Waldspitzmaus und Alpenspitzmaus folgende Werte ergaben (in Zoll und Linien): Name Schwanz Hinterfuss araneus 1 ' 7'' 5'/ä' antinorii 2' 6' alpinus 2' 7 '' 6' Vor allem aber lag mir kürzlich aus der Sammlung des Zoolog. Mu- seums Strassburg ein altes Waldspitzmaus-Exemplar vor («Strassburg. Hauptm. Schmidt» ohne Jahr), das eine stark verschrumpfte sog. Mu- mie darstellt, die die gleiche ocker- (oben) und (seitlich) hellgelbe Haarfärbung hat, wie die Typus-Abbildung 
von antinorii. Wie jeder Museumsbetreuer weiss, verblassen Soricidenbälge ausserordentlich stark (cf. J. NIETHAMMER 1956 und BAUER 1960), und nach meinen Feststellungen nimmt der Pelz der Waldspitzmaus auch in den übli- chen Schubladen mit der Zeit Farben an, die sich über hellbraun und ocker bis gelb aufhellen können. — MILLER (1912) 
hat antinorii zu Sorex alpinus gestellt, allerdings mit einem Fragezeichen, und ihn konnten eigentlich nur der — verglichen mit dem wahrscheinlich sehr verschrumpften Körper — relativ lange Schwanz und die grossen Hinterfusssohlen dazu veranlasst haben. Denn die genaue Farbbe- schreibung BONAPARTES macht es deutlich, dass es sich um keine Alpenspitzmaus gehandelt haben kann — die Füsse werden nämlich nicht als weiss, sondern als ebenso getönt wie der Körper beschrieben. Ausserdem ist eine Aufhellung des schiefergrauen Pelzes der Alpen- spitzmaus in ein abgesetztes (!) zimtfarbiges Braun und Gelb, wie es die Abbildung und auch das Strassburger Tier z. B. zeigen, auszu- schliessen. Da die südalpine und italische Waldspitzmaus ansich rötlich braun und relativ hell ist, halte ich es für zweckmässig, dieser Unterart den Namen der alten «zimmtfarbigen Spitzmaus» aus dem Turiner Museum neu zu geben, den Prinz BONAPARTE schon vor mehr als 100 Jahren einem italienischen Zoologen, dem Marquis Orazio ANTINORI, zu Ehren schuf. Die beiden, oben angeführten Stücke des 186
        

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