Es kann also bei den Igeln weniger die äussere Form des Schädels entscheidend für eine systmatische Bündelung sein als vielmehr das Verhalten einzelner Schädelknochen; z. B. scheint mir ein relativ weit nach hinten reichendes Maxillare für alle Ostigel und in gewisser Weise auch 
für algirus charakteristisch zu sein, entsprechend der glei- chen Erscheinung bei anderen Gattungen (Ohrenigel) mit mehr öst- licher 
Verbreitung (Paraechinus, Hemiechinusj. Die alte Messmethode sagt also grundsätzlich nichts über die Form des Rostrums aus, sie scheidet aber nach einem, wahrscheinlich taxonomisch wichtigen, Einzelelement des Schädels (Oberkieferknochen). Eine weitere äussere Ähnlichkeit (Konvergenz) besteht im Gebiss zwischen vielen Westigeln und dem Wanderigel. Wie schon erwähnt, zeigt das Vaduzer Stück eine erhebliche Gebissreduktion; alle Zähne sind relativ klein, und dadurch verliert auch der letzte untere Vor- backenzahn 
(Praemolar, P4) sein typisches Aussehen, das ihm von manchen Autoren (cf. Traite de Zoologie, 1955) heute noch als Art- kennzeichen und Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Wander- igel zugeschrieben wird — die Dreispitzigkeit ! Bei dem Vaduzer Stück kann in dem nur schwach angekauten Gebiss von einer dritten Spitze, wie sie Miller (1912) abbildet, keine Rede sein, nur rechtsseitig ist satt des Metaconids ein ganz kleines Cingulum erkennbar. Praktisch hat der Zahn zwei Spitzen und den Talus. — Die hier durchgesehenen Igelschädel zeigten in dieser Hinsicht folgendes Bild. (Stark abgekaute Zahnreihen blieben unberücksichtigt): Herkunft n PJ: 3 Spitzen unklar 2 Spitzen europaeus: Westdeutschland 5 Liechtenstein 1 Spanien u. Portugal 13 Italien 2 Palästina 1 roumanicus 2 algirus 7 Man ersieht daraus, dass die Ausbildung der dritten Spitze in P-t bei manchen Westigeln und auch 
bei roumanicus sehr wenig deutlich ist und auch ganz fortfallen kann, wie es beim Wanderigel der Fall ist. Damit ist dieses Kennzeichen — ebenso wie die Anzahl der Wurzeln 
4 1 1 6 5 2 1 1 1 1 1 7 174
        

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