Bei der Ermittlung dieser Schädelproportionen ergaben sich nun jedoch interessante Feststellungen. Üblicherweise wird die Schnauzen- länge durch einen Index ausgedrückt (cf. HERTER 1952), der sich aus dem Verhältnis von Länge zur Höhe des Maxillare (Oberkieferbein) errechnet, wobei die Länge der oberen Kante des Maxillare (am Nasale) durch die Höhe (gemessen vom hinteren Rand des Caninus hinauf zu dem Punkt, in dem Maxillare, Praemaxillare und Nasale zusammenstossen) dividiert wird. Es ist klar, dass dieses Mass wesent- lich von der Ausformung dieses Knochens abhängt, d. h. ob das Ober- kieferbein lang (und das Zwischenkieferbein schmal und steil) ist. Tatsächlich haben nun die östlichen Formen des Eurasischen Igels durchweg ein relativ weit nach hinten ragendes Maxillare (so dass die Nasenbeine dazwischen erheblich zurückbleiben); von den hier vor- liegenden Schädeln von Schlesien über Griechenland bis Palästina und zur Mandschurei gibt es jedenfalls keine Ausnahme. Damit wäre also die Langschnäuzigkeit des Ostigels (einschliesslich der 
ssp. transcau- casicus !) in der Hauptsache durch die Länge des Oberkieferbeines bedingt. Interessant ist es nun aber, dass schon bei den wenigen, mir vorliegenden Igelschädeln zwei Ausnahmen sofort auffallen: Zwei Schädel der «ramsköpfigen Gruppe» sind ausgesprochen schlank und langschnäuzig — ein Vertreter der Westigel aus Mittel-Italien (Nr. 60.452) und ein Wanderigel von der Insel 
Mallorca (Erinaceus algirus vagans). Wie die Abbildung 4 zeigt, handelte es sich beim Ver- gleich um etwa gleich grosse Tiere; man erkennt aber auch, dass die Streckung des Rostrums auf verschiedene Weise ereicht wurde: beim Ostigel (oben rechts) ist das Maxillare, wie meist, sehr lang, beim italischen Igel (daneben) ist es hingegen extrem kurz und dafür das Zwischenkieferbein (Praemaxillare) weit nach hinten gestreckt; bei den beiden Wanderigeln (unten) ist die Länge der Maxillare nur un- wesentlich verschieden (bei dem Stück aus Algerien 13,5, beim Mal- lorca-Schädel 14 mm), und die Schlankheit des Rostrums des linken Schädels ist hauptsächlich durch eine «maßstabgerechte» allgemeine Verringerung der übrigen beteiligten Knochen erreicht worden. Bei der oben angeführten Messmethode würden diese vier Schädel folgende Indizes haben (s. Zusammenstellung): 171
        

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