Die Fundamentmauern eines ebenfalls römischen, jedoch sehr klei- nen Gebäudes (Innenmasse 4,60 x 3,80 m) wurden in der Nähe der aussichtsreichen Westkante des Hügels freigelegt. Die Mauerstärke beträgt 80 Centimeter. Aus diesem Bau kommen 6 Münzen, fünf davon gehören ebenfalls in die Zeit von 330 — 354, eine ist älter (Aurelian 270 — 275). Eine Münze (Constans 337 — 350) lag ausserhalb des Gebäudes. Auffallend ist, dass auf dem Hügelplateau selbst keine prähistori- sche Kulturschicht mehr vorhanden ist, sie wurde, anscheinend erst in nachrömischer Zeit, total abgeräumt. Die Siedlungsreste liegen am steilen Nordhang und zum Teil auch auf der Südseite des Hügels. Für das Jahr 1963 ist eine grössere Grabung vorgesehen, der dann ein ausführlicher Bericht folgen soll. D. Beck TRIESEN (Beim Galgen) Im Mittelalter war es ein Recht des Kaisers, die hohe Gerichtsbar- keit — das Recht über Leben und Tod zu richten — einem Landes- herrn zu verleihen. Das äussere Zeichen dafür war das «Hochgericht». Auf der ältesten Landkarte des Fürstentums Liechtenstein, die im Jahre 1721 enstanden ist, ist an der Landstrasse zwischen Vaduz und Triesen das Hochgericht eingezeichnet, das die Form eines sogenannten Dreigalgens hatte. Eine Flur auf Triesner Gebiet, nahe der Vaduzer Grenze, trägt heute noch die Bezeichnung «Beim Galgen». Für eine Reihe von Verbrechen vor allem Mord, galt die Strafe des Erhängens. Aus den Akten der Hexenprozesse wissen wir, dass die zum Tode verurteilten Hexen und Hexenmeister auf dem Gerichtsplatze bei der Linde in Vaduz dem Scharfrichter übergeben wurden. Von ihm und einem Geistlichen begleitet, wurden die Opfer zur Richtstätte geführt. Dort wurden sie, wie es in den Urteilen heisst, «mit dem Schwert vom Leben zum Tode hingerichtet». Ihre Leichname wurden verbrannt und ihre Asche wurde an Ort und Stelle vergraben, damit sie nicht mehr Schaden stiften könnte. Etwa dreihundert unserer Vorfahren erlitten so den Tod. 155
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.