gerade für Vaduz die Möglichkeit eines Bestattungsplatzes nicht ganz ausgeschlossen werden darf. Das Vorkommen in Siedlungsplätzen und die häufige Vergesellschaftung mit Spinnwirteln und Feuerböcken — gelegentlich auch mit Webgewichten, legen es nahe, die Spulen wie ihre heutigen Entsprechungen aus Holz als Fadenspulen zu deuten. Immerhin ist zu bedenken, dass gedrungene Stücke wie etwa eines aus Montlingen (Abb. 2, 13) diesem Zweck nicht besonders dienlich waren. Trotzdem in den Seeufersiedlungen je und je Textilreste geborgen wur- den, fand sich bisher auf den Tonspulen auch nie Faden aufgewickelt. Nicht ohne weiteres ersichtlich ist zudem, wozu der Schaft quer durch- locht wurde, wie das bei Stücken von Castels/Mels, Zürich/Alpenquai und Wollishofen, sowie von St. Lorenzen im Pustertal der Fall ist. Hingegen Hesse sich die Längsdurchbohrung, wie vom Montlingerberg und St. Georg bei Berschis bekannt (Abb. 2, 7 und 11; 3, 1), sehr wohl mit einer Aufsteckvorrichtung in Zusammenhang bringen. Mit Recht hat G. Bersu für das Wittnauer Horn festgestellt, dass nach der topo- grafischen Lage die dort gefundenen Spulen nicht als Netzsenker in Verwendung gestanden haben können29). Dasselbe gilt für eine wei- tere Anzahl Plätze wie insbesondere Krüppel/Schaan, Motta da Vallac/ Salouf und Kestenberg/Möriken. Anderseits bestehen aber auch Beden- ken, die Spulen als Gefässuntersätze anzusprechen, wie Bersu es tut und wie dies auch Säflund für eine in der Terramare von Castione dei Marchesi (Prov. Parma) für ein Stück von 16 cm Höhe und 18 cm Scheibendurchmesser postuliert30). Die in unserem Gebiet oftmals fast pilzförmigen Enden hätten für daraufgesetzte Gefässe ein höchst labiles Gleichgewicht geschaffen. Trotzdem aus Mitteldeutschland für die gewerbliche Salzgewinnung den unsern ähnliche, jedoch wesent- lich höhere Tonsäulen als Gefässuntersätze beim Trocknungsprozess bekannt sind 
31), bleibt die Erklärung als Fadenspulen für unser Gebiet doch die naheliegendste. Denkbar wäre übrigens auch, dass die Spulen an ein und demselben Ort verschiedenen Zwecken dienlich waren. Merkwürdig bleibt jedenfalls, dass ein nützliches Hausgerät bloss wäh- rend einer verhältnismässig kurzen Zeitepoche in Verwendung stand, um in den folgenden wieder zu verschwinden. Zum Schluss möchten wir es nicht unterlassen, dem Vereinsvor- stand und insbesondere seinem Vorsitzenden bestens zu danken, dass 148
        

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