Ein spätbronzezeitlicher Fund aus Vaduz von Werner A. Graf Im Sommer des vergangenen Jahres konnte durch die lobenswerte Aufmerksamkeit eines Bauarbeiters in Vaduz ein kleiner, jedoch inte- ressanter urgeschichtlicher Fund geborgen werden. Herr David Beck, Vorsitzender des Historischen Vereins und unermüdlicher Betreuer des urgeschichtlichen und volkskundlichen Kulturgutes im Fürstentum Liechtenstein, teilt über die Fundumstände folgendes mit: Am Vormittag des 1. Juni 1962 wurde gemeldet, dass bei Arbeiten für einen Anbau am Hause Greber-Ospelt in Vaduz ein alter Topf ge- funden worden sei. Die Meldung kam von Eugen Beck, Schaan, Trax- führer der Baufirma Roman Gassner, Vaduz. Der Berichterstatter begab sich unverzüglich auf die Fundstelle (Koordinaten 757.920/223.280), wo das Gefäss bereits aus der Fundlage herausgenommen worden, der Abdruck im Boden aber noch gut sichtbar war. Mit dem nicht mehr ganz erhaltenen, offenbar prähistorischen Topf wurden noch einige Scherben von mindestens zwei andern Gefässen übergeben, darunter einige glatte, unverzierte Teile eines Randstückes. Augenschein und Befragung der Arbeiter ergaben folgendes: Für den geplanten Anbau auf der Südseite des Hauses Greber-Ospelt musste die dort stehende Garage samt dem Betonboden entfernt werden. Der Aushub darunter wurde mit Pickel und Schaufel ausgeführt. Traxführer Eugen Beck, welcher zufällig die Arbeiten beobachtete, erkannte im Boden ein Ge- fäss, als eben ein Arbeiter einen Pickelschlag dagegen führen wollte. Er barg den Topf sorgfältig samt den paar dabeiliegenden Scherben, die nach seiner Angabe über dem Topf lagen oder aus diesem heraus- ragten. Beim Augenschein zeigte sich direkt unter dem herausgerisse- nen Betonboden eine dunkle mit Kohle vermischte Schicht, die aber nur auf 1 m2 Ausdehnung und etwa 10 cm Höhe erhalten war. Das Gefäss lag mit der Mündung nach oben eingetieft in den darunter- liegenden Rüfeschotter. Der nördliche Teil des Raumes war bereits vor- her schon ausgegraben worden, ohne dass den Arbeitern etwas beson- 139
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.