beide sich auch namengebend auswirkten, denn neben dem oben- genannten Feichegg gibt es dort Fluren die mit Hirseren, Hirseli, Hirserenried, bezeichnet werden. Alle oben zitierten Stellen aus der einschlägigen Literatur liessen wohl den Schluss zu, dass auch bei uns in früheren Jahrhunderten Hirse angebaut wurde und da wir alemannischer Abstammung sind, unsere Vorfahren auch das Wort «Fench» oder später «Fenk» benutzt haben. Nachdem aber in Obwalden und in Zürich (1576) auch das Wort «Hirse» in Verwendung stand, könnten mit Recht Zweifel an der Richtigkeit dieser Annahme aufkommen. Ich be- mühte mich daher sehr um das letzte Glied der Beweisführung erbringen zu können: Im Hausarchiv der Regierenden Fürsten von Liechtenstein liegt eine ausführliche Beschreibung des Reichsfürstentums Liechten- stein verfasst vom Rentmeister M. Fr. Jos. Ambrosi im Jahre 1783. Mir lag eine Abschrift vor, welche Pfarr-Resignat Fridolin Tschug- mell im März 1948 gemacht hatte. Den 90 Seiten dieser Beschrei- bung ist viel Interessantes zu entnehmen, so auch die Erträge des damaligen Fruchtzehent. In einer Vorbemerkung des Verfassers Ambrosi (Seite 13) heisst es wörtlich: «Es wird gnädigster Herr- schaft jährlich in der oberen und unteren Herrschaft der Frucht- Zehent gegeben, als Vesen, Gersten, Türckhen-Korn, F e n c k h , solche Gattungen auf der Robot eingeführt wird». Auf Seite 21 zeigt dann Rentmeister Ambrosi die Einnahmen während 6 Jahren aus dem Fenkzehent auf, indem er wörtlich schreibt: «verkaufter rauer F e n c k h Anno 1777 ist kein gepflanzt worden 1778 6 Viertl 2 Mässl 1779 5 Viertl 1780 • 2Vä Viertl 1781 7 Viertl 1782 2V-2 Viertl» Gross war also der Zehent-Ertrag aus dem Fenkhanbau in diesen Jahren nicht mehr. Der Ertrag aus dem Türkenzehent war vergleichs- weise in dieser Zeit durchschnittlich etwa 170 Viertel pro Jahr. 129
        

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