Was bedeutet nun dieser Name ? Welcher Sprache entstammt er ? Im Jahre 1911 reichte cand. phil. Eugen Nipp, der spätere Studien- rat Prof. Dr. Nipp bei der Universität Wien seine Dissertation über «Die romanischen Orts- und Flurnamen des Fürstentums Liechtenstein» ein. Eine Photokopie des von Prof. Mayer-Lübke angenommenen Manuskriptes liegt in der Landesbibliothek in Vaduz. Unsere Fenkere, so hatte es Eugen Nipp gehört, ist zwar im Register der Orts- und Flur- namen, das dieser Doktorarbeit beigeheftet ist, enthalten, aber der Doktorand Nipp hat diese Bezeichnung nicht weiter bearbeitet. Auf Seite 8 macht er diesbezüglich folgende aufschlussgebende Bemerkung: «Deutsche Wörter, die jetzt nicht mehr als Appelative in Verwendung stehen, vom Volke also auch nicht mehr verstanden werden, finden sich besonders im unteren Liechtenstein, wo die romanischen Namen recht spärlich auftreten. Um möglichste Vollständigkeit zu bieten, werden auch diese Namen ins Verzeichnis aufgenommen, da sich der eine oder andere doch einst als romanisch entpuppen könnte». Eugen Nipp konnte sich also vor mehr als 50 Jahren nicht klar entscheiden ob Fenkere ein germanisches oder romanisches Wort sei. Da die in- und ausländischen Forscher sich früher fast ganz auf die Erklärung unserer romanischen und keltischen Orts- und Flur- bezeichnungen konzentrierten, ist meines Wissens noch kein ernst- hafter Versuch unternommen worden unser Wort Fenkera zu deuten, wenigstens habe ich in unserem Schrifttum bis heute nichts finden können. Schon in jungen Jahren las ich mit grossem Interesse die vielen Geschichten über die Montafoner «Fengga». Dr. F. J. Vonbun schreibt über die «Fengga» in seinem im Jahre 1858 veröffentlichten Werke «Die Sagen Vorarlbergs» u. a. folgendes: «Vor alten Zeiten hausten im Montavon die Fengga, das waren wilde leute, am ganzen körper mit struppigen haaren bedeckt, so dass nur an den wangen die fleisch- farbe kümmerlich durchschimmerte; sie wohnten in töblern (daher «Fengga-töbler»), wäldern und auch in höhlen u. s. f.». Unwillkürlich brachte ich damals schon diese «Fengga» und unser «Fenkera» in eine lose gedankliche Verbindung. Mit Zähigkeit und kritischer Einstellung verfolgte ich dann später diese Spur. Auch bei uns ist das sagenhafte Volk der «Wilden Leute» nicht unbekannt. Wir haben eine Reihe von Sagen, die vom Wirken dieser dienstbaren, vor allem im Malbuntal 126
        

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