Von Neuschellenberg aus geniesst man auf drei Seiten eine um- fassende Aussicht: gegen Süden bis in die Gegend von Sargans — die Burgen von Werdenberg und Wartau, auf der anderen Talseite, sind gut sichtbar. Gegen Osten ist der Blick auf Feldkirch mit der Schatten- burg und weiter in den Walgau bis Bludenz frei und nordwärts ist die Aussicht bis zum Bodensee offen. Im Westen ist der noch etwas höhere Herrenbühel vorgelagert und gegen Nordosten verdeckt die Kuppe des Borscht die Aussicht, so dass die nur etwa 2 Kilometer entfernte Burg Tosters im Vorarlbergischen nicht sichtbar ist. GESCHICHTLICHES Über die Zeit der Erbauung der Burgen Alt- und Neuschellenberg fehlt uns jede urkundliche Nachricht. Es darf aber als sicher angenom- men werden, dass sie ihre Entstehung einem Rittergeschlecht, den Herren von Schellenberg, verdanken und nach diesem Geschlecht benannt wurden. Auch der späteren Herrschaft Schellenberg verblieb dieser Name. Der liechtensteinische Historiker Johann Baptist Büchel hat sich lange und in mehreren grösseren Arbeiten mit der Geschichte der Herren von Schellenberg befasst1). Er weist nach, dass ein Ritterge- schlecht von Schellenberg in Oberbayern, an der Isar, Länggries gegen- über, schon vor 1200 seinen Sitz hatte. Gegen Ende des 12. Jahrhun- derts verschwinden die Herren von Schellenberg aus jener Gegend. Etwa zu gleicher Zeit taucht der Name bei uns auf. Büchel vermutet nun, dass dieses ursprünglich oberbayerische Rittergeschlecht, wie eine Reihe anderer schwäbischer Edler, zur Stauferzeit in unsere Gegend, also nach Churrätien, verpflanzt wurde, mit der Aufgabe die nach Italien führenden Strassen und Alpenpässe zu sichern und zu bewachen. Die Herren von Schellenberg hatten am Eschnerberg ihren Besitz im Gebiete der Grafen von Werdenberg. Sie waren deren Vasallen und konnten die Reichsunmittelbarkeit nicht erlangen; doch standen sie im Range über den Landfreien. In den vielen Fehden zwischen den Grafen von Montfort-Feldkirch und den Werdenbergern standen die Schellenberger stets treu auf der Seite Werdenbergs. 5
        

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