Notizen aus dem Totenbuch der Pfarrei Bendern 1735 — 1814 gesammelt von Fr. Tschugmell, Resignat Bei meiner Familienforschung in den Pfarreien des Landes habe ich alle Tauf-, Ehe-, Firm- und Totenbücher durchgearbeitet und fand da und dort interessante Zufügungen zu den Eintragungen in diesen alten Büchern. Besonders aber im alten Totenbuch zu Bendern sind soviele Bemerkungen zugefügt, dass es mir wert schien selbe alle herauszuschreiben und zusammenzustellen in eine Liste. Die Pfarrer dort, die diese Pfarrei verwalteten durch viele Jahre, beherrschten die lateinische Sprache recht gut und immer wieder fanden sie neue Wendungen um das Sterben, den Tod und das Begräbnis in verschie- dener Weise zu notieren in dem Totenbuch und zudem fügten sie sehr oft in kurzen, trefflichen Worten Umstände des Todes, ja sogar des Vorlebens des Verstorbenen hinzu. Zweierlei besonders fiel mir auf: einmal wie sie die verstorbenen Kleinkinder ins Totenbuch eintrugen und dann aber auch bei den Erwachsenen manchmal sehr lobenswerte Zufügungen machten, aber auch bisweilen recht tadelnde Worte fan- den, je nachdem das Vorleben des Verstorbenen war. Man kann nun sicherlich geteilter Meinung sein betreff dieser Zu- fügungen im Totenbuch und sagen: es passe nicht gut und sei ver- werflich ehrenrührige Dinge zu erwähnen beim Tod der Pfarrkinder, jedoch für mich als Forscher waren diese Notizen interessant und interessant auch die verschiedenste Art und Weise, mit der diese Pfarrer das Sterben immer wieder mit anderen Worten und Wendun- gen ausdrückten. Dann betreff der Eintragungen beim Tode der Klein- kinder ist es wirklich bemerkenswert, wie sie mit ihren tröstlichen Beifügungen dem frommen Volksglauben entgegen kamen. Für den oder jenen Leser noch diese Anmerkung: in den späteren Totenbüchern landauf und -ab sind solche Notizen sehr selten und in den um 1870 begonnenen sogenannten Civilstands-Büchern fehlen zumeist zuge- fügte Bemerkungen dieser Art gänzlich. 115
        

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