der Bittwoche 5 Vater Unser für die 1499 Gefallenen gebetet worden seien. Ich verkünde jetzt immer: «Für die 1499 und für die in beiden Weltkriegen Gefallenen 5 Vater Unser und das Glaubensbekenntnis». Von der Erwähnung bezw. Verfluchung des Uli Mariss bei dieser Bittprozession hat er bis heute nie etwas in alten Kirchen- büchern gelesen oder von alten Leuten gehört. Pfarrer Dr. Bohle aber wird freundlicherweise diese Angelegenheit im Auge be- halten und wenn er etwas wissenswertes erfährt, mir das melden. Auch an das Vorarlberger Landesarchiv wandte ich mich in dieser Sache. Von dort erwartete ich mit guten Gründen zuver- lässige und weitergehende Antworten, da der Leiter des Landes- archives, Oberarchivrat Dr. Meinrad Tiefenthaler und ein wei- terer Beamter aus Frastanz stammen und dort auch ihre Jugend- zeit verbracht haben. Dem diesbezüglichen Brief vom 6. Nov. 1962 entnehme ich folgende Stelle: «Wegen Uli Mariss habe ich vorarlberger mich auch noch mit Herrn Dr. Tiefenthaler unterhalten, der Landesarchiv meine Angaben bestätigt hat, wonach also seinerzeit in Frastanz der Verräter ein geldgieriger Bauer aus Schaan gewesen sei, der nach vollzogenem Verrat, anstatt eine Geldsumme entgegen- nehmen zu dürfen, enthauptet wurde. Dr. Tiefenthaler weiss aus der Überlieferung, wie ich Ihnen auch bereits sagte, dass seiner- zeit bei der Bittprozession «Über die Felder» am Rain, das ist auf dem Hang gegen das Frastanzer Ried, wo die Schlacht stattfand, für die gefallenen Walserhelden gebetet und anschliessend der Verräter verflucht wurde. Gegen Ende des 19. Jhs. soll dieser Brauch abgekommen sein». IV. Das Geschlecht der Mariss in Schaan Nachdem wir nun die schriftlichen und die mündlichen Über- lieferungen miteinander durchgegangen sind, wenden wir uns wieder nach Schaan und wollen da an seinem Heimatort nach diesem Manne forschen. Im Legerbuoch vom Jahre 1584, das im Regierungsarchiv in Vaduz aufbewahrt wird und Gegenstand eines längeren Auf- satzes von Joseph Ospelt bildete, der im Jb. des hist. Vereins 97
        

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