— 106 — genug waren. Maier selbst sagte mir, dass er mir schaden werde ! Hr. Prof. Maier hat mir schon einmal 13 fl 30 +er eingehändigt — Wolfinger habe ich geschrieben, und er mir mit 10 beigefügten Gulden geantwortet. Beim Oratorien-Verein bin ich nun angestellt als — «Chorrepetitor», mit wieviel Douceur weiss ich noch nicht. Wir hatten schon einmal Versammlung; wöchentlich einmal. — Mein Überrock ist sehr warm und kostete 10 fl. — Bei Perstenfeld, welche allen sich empfehlen lassen, musste ich 8 fl für Holz bezah- len — auch 2 Gulden Aufenthaltskarte. — Mit der Cholera ist's noch nicht rein — vom 15. bis 20ten Nov. starben noch 31 Personen, übri- gens schone ich mich gut — die Münchner thun, wie wenn nichts gewesen wäre, reden nie davon. Hr. Herzog habe ich geschrieben und erwarte täglich einen Brief von ihm. Ich könnte ihn leicht besuchen, man braucht per Eisenbahn nur einen halben Tag — obschon es 60 Stunden weit ist. — Bisher hatten wir wenig Schnee — und ziemlich warm, jetzt aber schneit es. Hoffentlich befinden Sie sich, Theuerste Eltern ! sehr wohl, auch ich bin gesund und zufrieden und erwarte baldige Nachricht — verbleibe inzwischen ihr dankbarster Sohn Jos. Rheinberger. Chor-Repetitor des Oratoriums-Vereins. München, 29. 11. 54. In einem undatierten Brief, der zeitlich ungefähr hierher gehört, schreibt Rheinberger unter anderem: «Meine Opera gefällt allen jenen, welchen ich sie gezeigt. Sie umfasst 300 Seiten und wird ungefähr noch 30 andere bekommen«. * Verehrteste Eltern ! Ich kann nicht umhin, Theuerster Vater ! Ihnen beim Jahres- schlüsse meinen tiefgefühlten Dank und herzlichste Wünsche für Ihr Wohlergehen darzulegen — besonders, da ich weiss, und es mit dank- erfülltem kindlichem Herzen anerkenne, wie sehr und mit welcher Aufopferung Sie für mein leibliches und geistiges Wohl sorgen. Theuerster Vater ! gebe der Allmächtige, dass Sie noch viele, viele
        

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