— 103 — Es — das Freudige des D, oder das Fromme des A dur-Akkordes, sondern etwas Düsteres, Ängstliches in der Klangfarbe, — jedoch hat nicht der blosse Fis-dur Akkord das Verzweiflungsvolle, sondern das Verzweiflungsvolle lässt sich in Fis-dur leichter ausdrücken, als in manchen andern Tonarten. — Seien wir indessen froh, dass wir nun doch (gegen früher) eine Tonart haben (dies ist schon ein Zeichen des Fortschrittes, es wäre gut, wenn manches in Liechtenstein nur eine Tonart hätte, wenn's für jetzt auch Fis-dur wäre). — Das Konzert Nagillers hat grösstenteils sehr gefallen, mir auch. Er kam mit Hr. Maier auf mich zu reden, ohne zu wissen, dass ich hier sei, dann liess er mich einladen, ich kam hin — und plauderte so manches. Er ist noch hier. — Sehr interessant sind die neu erfun- denen Instrumente von Kaufmann aus Dresden, als Orchestrion, Sym- phonion und Chordanlodion. — Gestern im Theater (Wasserträger von Cherubini) sagte mir Hr. Prof. Schafhäutl, der alle schön grüssen lässt — es sei ein Industriegegenstand von Liechtenstein eingetroffen, und zwar OFENRÖHREN, (ich erriet gleich, die müssten von Ton- künstler Schaedler sein, ohne Zweifel bekommt er die goldne Medaille). Der Peter soll mir bald schreiben, was es mit den Märschen ist. —• Auf Pfingsten werde ich, wenn schön Wetter, nach Türkenfeld fahren. Der Toni lasst nichts von sich hören. Der Industriepalast ist fertig, beiliegend das Bild. Der Peter muss kommen, sonst geh ich nicht nach Hause. Ich freue mich kindisch, ihn zu sehen und dann bald Ihnen. Beste Eltern ! mündlich die Versicherung zu geben, wie sehr ich bin Ihr dankbarster Sohn Jos. Rheinberger. München, den 12. 6. 54. Theuerste Eltern ! Weil ich jetzt gerade einige Müsse habe, weiss ich nichts Besseres zu thun, als wieder ein paar Zeilen nach Hause zu richten. — Freitag vor Pfingsten nahm ich auf ein paar Tage Urlaub, ging oder fuhr nach Türkenfeld, wurde sehr freundlich aufgenommen, blieb bis Dienstag früh, wo Hr. Wolfinger sich mit mir nach Seefeld begab. Hr. Oehry kannte mich im Anfange gar nicht mehr, so sei ich
        

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