- 97 — (NB. Jetzt werde ich bald wieder ins Bett müssen, denn ich bin schon müde. Der Doktor machte mir bis jetzt 12 Besuche). München, den 20. 2. 54. Theuerste Eltern ! Gestern (Sonntag) mittags wurde ich sehr angenehm durch die zwei Briefe (von Peter und Hr. Fetz) überrascht und konnte daraus entnehmen, dass Sie sich wohl und munter befinden, was gottlob bei mir auch der Fall ist. Jedoch wunderte ich mich, wie Peter schrieb, dass alle so besorgt um meine Gesundheit seien, da ich in meinem letzten Briefe versicherte, dass ich wiederhergestellt sei !? — Ich kann nun, Gott sei Dank, schon seit Anfang Februar die Unter- richtsstunden wieder besuchen und bin seit meiner Krankheit viel wohler als zuvor. Bei meinem ersten Ausgehen aber meinte ich meh- rere Male, ich könne nicht mehr nach Hause kommen, so matt und krank fühlte ich mich. Sobald ich wieder Bier trinken durfte, gewann ich wieder Kräfte und bin jetzt wieder stärker als zuvor. — Damit Sie sehen, Theuerste Eltern ! dass ich nicht faul war, so will ich Ihnen meine Kompositionen herzählen: Sonate aus F-moll für Pianoforte, op. I. — Missa zu 4 Singstimmen und Orchester aus D-moll und dur, op. II. — Offertorium aus Es-dur für 4 Singstimmen und Orchestre, op. III. — Sonate für Pianoforte aus C-moll, op. IV2:i). — Grand Quatuor für II Violinen, Viola und Cello aus F-dur, op. V. — Cappricciose aus E-dur für Pianoforte, op. VI. Ausserdem noch: Grosse Fuge für die Orgel in F-moll (Herzog gewidmet) — ein Kyrie zu 5 — und ein zweichöriges Sanctus zu 6 Stimmen — eine Motette zu 4 Stim- men in A-dur — eine Menge Fugen, Versetten — Endlich habe ich ein Concert für 2 Klaviere angefangen, — kostet aber viele Mühe und Ge- duld — alles dieses war nur Nebensache, keine Aufgaben. — Hr. Professor Leonhard wird morgen früh zum erstenmale wieder ausgehen, nachdem er 9 Wochen lang krank war zum Bedauern aller, die ihn kennen. — Heute früh überraschte mich Hr. Pf. Wolfinger von Türkenfeld; er meinte, ich sei noch krank, denn Hr. Wolfinger (Müller) von Balzers
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.