— 90 — wieder nach Hause gefahren seien und begleitete Sie in Gedanken nach der lieben Heimath, wo Sie hoffentlich bald recht wohl ange- kommen sein werden. Abends 7 Uhr fuhr ich (nachdem ich mich schon etwas gelang- weilt) per Post nach Kempten, wo ich um halb 5 Uhr früh anlangte. (Denn die Post nach Stauffen fährt erst 12 Nachts von Lindau und der erste Zug von dort fährt erst 7 V2 Uhr nach München). Halb 11 Uhr Mittags kam ich nach München, aber mit hungrigem Magen, denn ich konnte erst 12 Uhr mittags frühstücken. Von Seiten der Perstenfeld' sehen fand ich die freundlichste Aufnahme, ja die Frau sagte, ich sei so gross geworden, dass sie mich kaum gekannt ! — Hr. Perstenfeld hat nun im Sinn, ein Ciavier zu kaufen. Der kleine Albert wird nun nicht mehr lange hier bleiben, sondern wird am 18. Oktbr. d. J. in das Institut nach Scheyern kommen. — Gestern Abends wollte ich noch zu Hr. Professor Schafhäutl gehen, traf ihn aber nicht zu Hause; desshalb ging ich heute früh hin und fand ihn gerade im Begriffe abzureisen; er war so freundlich wie immer und sagte, er habe von Tag zu Tag abreisen wollen, sei aber wegen der «Industriellen Geschichte» immer aufgehalten worden. Heute reise er nun doch ins Gebirg und werde bis in 12 •— 16 Tagen einen Abstecher nach Vaduz machen, um Sie Theuerste Eltern ! ken- nen zu lernen. — Gleich darauf traf ich auf dem Wege Hr. Salis-Soglio. Ich richtete ihm alles aus, was Sie mir aufgetragen; und er sagte, er lasse alle, besonders aber Hr. Bruder Lieutenant grüssen, und fragte, ob recht exerzirt werde, er kenne den General Hess recht wohl u. glaube, er könnte stündlich in Vaduz eintreffen. Ich sagte ihm auch, dass der Bruder Lieutnant ihn im Saale des hiesigen Kunstvereins gesprochen — worauf Hr. Salis sagte, es sei ihm schon früher einmal eingefallen. — Hierauf ging ich zu den Hr. Prof. Herzog und Leonhart (den Prof. Maier traf ich im Conservatorium) und präsentirte mich ihnen fürs nächste Jahr. Letzterem musste ich meine Messe18) auf ein paar Tage zum Durchsehen geben. Soviel ich hörte, seien noch nie so viele Schüler eingetroffen wie dieses Jahr. Hr. Direktor habe ich noch nicht gesehen. Sein Sohn wird nun bald austreten, ob freiwillig oder nicht, weiss ich nicht. — Montags früh gehen meine Stunden an und ich
        

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