- 87 — Was die Ausgaben betrifft, welche ich noch haben werde bis zur Heimreise, kann ich nicht leicht angeben, denn die vielen kleinen Ausgaben sind schwer im Vorhinein zu berechnen, wahrscheinlich werde ich mir noch ein Paar neue Stiefel machen lassen müssen. — Hr. Professor Herzog hat gesagt, ich solle in der Vakanz eine Kunstreise mit ihm machen, um Orgelkonzerte zu geben. Er glaubt, wir würden die Kosten schon herausschlagen. Vielleicht schreibt er Ihnen darüber, weil er gesagt hat, ich solle ihm Ihre Adresse geben. Hr. Prof. Herzog hat auch ein Werk in Druck gegeben, welches mir gewidmet ist14). — Für die Feldkircher Orgel ist es ewig schade, dass das Pedal nur 18 — anstatt 27 Tasten hat, weil sie nun zum Concertspielen untaug- lich ist. Ich habe mich schon so darauf gefreut, nun aber ist es nichts. Ich habe nun schon 5 Hefte Orgelkonzertstücke abgeschrieben und gelernt, im Falle ich mit Hr. Prof. Herzog gehen könnte. — Dass Hr. Grundbuchführer Hassur bei den 400 fl geschnupft haben wird, habe ich schon gedacht. — Ich denke, dass mein o p u s II gut, obschon langsam vorwärts geht, denn ich kann natürlich nur mit Unterbrechung daran arbeiten. Auf der Ludwigsorgel spiele ich noch immer, auch auf der protestantischen Orgel 2 mal wöchentlich von 7 — 8 früh. In der neuen Wohnung ist die Entfernung die nämliche (vom Kons.) wie in der alten. Ich habe ein schönes Zimmer, schöne Aussicht u. viel zu thun. — Was macht die liebe Mutter? — Ich glaube, ich sehe den Toni schon arbeiten an meinen Heften. — Was macht der David? Was die Josepha, das Lise und erst die Virtuosin AMALIA mit ihren Tonleitern; freut sie sich, bis ihr Plaggeist wiederkommt; dass sich's der GEO- METER, RHEINBERGER PETER, nicht schlecht gehen lässt, denk ich mir schon. Indem ich alle von Herzen grüsse, und Ihnen, theuerster Vater, herzlich danke für die vielen Wohlthaten, die Sie mir ange- deihen lassen, verbleibe ich Ihr dankschuldiger Sohn Joseph Rheinberger.
        

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