- 83 - ich einen Quartettsatz mit Schlussfuge, ein 4stimmiges Sanctus und eine Orgelfuge. Jetzt arbeite ich an einer Klaviersonate, deren erster Satz sich schon dem Ende neigt10). Unsere Arbeiten in der Compo- sition umfassten im I. Semester alle Arten doppelten Contrapunkts, alle Arten Canons und Imitation, womit ich schon mehrere Hefte ausgefüllt habe. — Auf Georgi, den 24. April ziehen wir aus jetziger Wohnung aus in «Müllerstrasse Nr. 35/3 rechts». Da mir der braune Rock viel zu gross ist, wollte ich Sie fragen, ob ich ihn nicht ändern lassen dürfte. Auch werde ich bald neue Stiefel brauchen. Die neue graue ist mir viel zu kurz. Hose. Insoweit über meine Garderobe. — «Da Herr Perstenfeld beabsichtigt, ein Klavier zu kaufen und Geld dazu nicht hat und vielleicht Ihnen da- rum schreiben könnte, ohne mir ein Wort davon zu sagen — so halte ich es für nöthig, Ihnen zu sagen, dass sie 1300 fl Schulden haben und dass Sie ja nichts schicken» ! — Auf der Türkenfelder Reise brauchte ich 4 fl 30 +er. — Hr. Per- stenfeld lasst sich dem Anton für «VADUZ» bedanken. Indem ich nun alle lieben Geschwister grüsse und Ihnen, geliebte Eltern, herzlich danke verbleibe ich Ihr dankbarster Sohn Joseph Rheinberger. • München, 3. 5. 53. Theuerste Eltern ! Ihren Brief mit dem Gelde erhielt ich am 19. d. M., weil wir aber am Samstag, den 30. in die neue Wohnung zogen (Müllerstr. Nr. 35/3), war es mir unmöglich, eher zu schreiben. — Hr. Grundbuchführer meine höfliche Empfehlung und freue mich ungemein, ihm eine kleine Gefälligkeit dadurch erweisen zu können, dass ich die Statuten des Institutes beilege. — Die Sonate, welche ich früher erwähnt, ist nun als mein op. I fertig geworden11). Nun habe ich eine Ouvertüre für's ganze Orchester in der Arbeit, welche bis in 2 Monat fertig werden muss12). Über das Conservatorium hätte
        

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